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Corona-Impfung

Rücken Ärzte in der Impfpriorisierung vor?

Der zusätzliche Impfstoff von AstraZeneca erfordert ein Nachschärfen der Impfverordnung. Gesundheitspersonal könnte aufrücken.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:
Die knappen Impfdosen sind begehrt. Ärzte, Krankenpflegekräfte und Praxisteams wären wegen ihres Kontakts zu Patienten froh, wenn sie in der Priorisierungsliste weiter nach vorne rutschen würden.

Die knappen Impfdosen sind begehrt. Ärzte, Krankenpflegekräfte und Praxisteams wären wegen ihres Kontakts zu Patienten froh, wenn sie in der Priorisierungsliste weiter nach vorne rutschen würden.

© Robert Michael / dpa-Zentralbild / dpa

Berlin. Der nur für Menschen unter 65 Jahren empfohlene Corona-Impfstoff von AstraZeneca erfordert eine Änderung der Impfpriorisierung und der Impfverordnung. Die Anpassung werde derzeit zwischen den Ressorts abgestimmt, verlautete am Dienstag dazu aus der Bundesregierung.

Bei einer Schaltkonferenz von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und den Gesundheitsministern der Länder am Montagabend sollen Änderungen an der Impfreihenfolge beraten worden sein.

Die Kanzlerin selbst hatte nach dem Fachgespräch am Montag davon gesprochen, dass aus dem Kontingent von 5,3 Millionen Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca vorrangig Gesundheitspersonal geimpft werden solle. Ansonsten könne entlang der geltenden Priorisierungsliste eingeladen werden.

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Das würde bedeuten, dass aus der zweiten Prioritätsstufe niedergelassene Ärzte, behinderte Menschen unter 65 Jahren und ihre Pfleger berücksichtigt werden könnten, aus der dritten zum Beispiel Mitarbeiter des öffentlichen Gesundheitsdienstes.

Zusätzlich sollen wohl auch Polizisten und Soldaten nun in diese Stufe aufrücken. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will zudem Kontingente des AstraZeneca-Impfstoffes für Schulen und Kitas sichern.

Zwei-Klassen-Impfung?

Die neue Priorisierung könnte die Diskussion unter Ärzten, MFA und Pflegekräften über eine so genannte Zweiklassen-Impfung verstärken. Grund ist die festgestellte 60-prozentige Wirksamkeit des AstraZeneca-Impfstoffes im Vergleich mit den über 90 Prozent Wirksamkeit von BioNTech und Moderna.

Beim „Impfgipfel“ am Montag seien Fragen offen geblieben, hieß es aus der Opposition. Für viele Menschen sei nicht nachvollziehbar, warum die Regeln für die Verteilung der Impfstoffe nicht bundeseinheitlich gehandhabt würden, monierte die Gesundheitspolitikerin der Grünen Kordula Schulz-Asche. Sie forderte einen bundeseinheitlichen Impfplan.

Den hatte Merkel am Montag angekündigt, dazu aber angemerkt, dass aufgrund der Unwägbarkeiten bei der Impfstoffproduktion keine absolute Plangenauigkeit hergestellt werden könne.

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Pharmazeutische Industrie bittet um Geduld

Um Geduld bat der Vorsitzende des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI), Dr. Hans Georg Feldmeier. Die Hersteller seien längst dabei, ihre Kapazitäten in Netzen zu bündeln. Diese Initiativen würden nun vom Bundeswirtschaftsministerium und dem Verband der Chemischen Industrie aufgenommen.

Zugesagt haben die Unternehmen für das erste Quartal 2021 gut 18,3 Millionen Impfdosen, für das zweite 77,1 und für das dritte Quartal 126,6 Millionen Impfdosen. Eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 rückt aktuell wieder in Sicht. Ab dann können die Gesundheitsämter die Kontaktnachverfolgung eigenen Angaben zufolge gewährleisten.

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Der Landkreistag sieht die Arbeitsfähigkeit der Gesundheitsämter in Gefahr, sollte die Einführung der Kontaktverfolgungssoftware SORMAS bis Ende Februar durchgesetzt werden. Die Ämter verfügten bereits über digitale Systeme. Notwendig seien Schnittstellen zum Robert Koch-Institut und untereinander.

Anzahl Impfdosen für Deutschland

  • Die Hersteller haben für Deutschland folgende Anzahl von Impfdosen avisiert:
  • 1. Quartal: 18,3 Millionen Impfdosen
  • 2. Quartal: 77,1 Millionen Impfdosen
  • 3. Quartal: 126,6 Millionen Impfdosen
  • 4. Quartal: 100,2 Millionen Impfdosen
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