Berufspolitik

Sachsen-Anhalt: KV pocht auf faires Honorar

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Eigentlich verdienen die Ärzte in Sachsen-Anhalt nicht schlecht. Dennoch klagen sie über Knochenarbeit. Das Problem sind die Fallwerte - die seien im Regionalvergleich viel zu niedrig.

MAGDEBURG (zie). Sachsen-Anhalts Vertragsärzte verdienen gutes Geld - das belegte auch der KBV-Honorarbericht vom ersten Halbjahr 2011. Voraussetzung ist allerdings, dass sie deutlich mehr arbeiten als ihre Kollegen im Westen.

Vor allem die Tatsache, dass der Fallwert um vier Euro bei den Fach- und um fünf Euro bei den Hausärzten unter dem des Bundesdurchschnitts liegt, erregte während der jüngsten Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt (KVSA) erheblichen Unmut.

Der Honorarumsatz je Behandlungsfall und Hausarzt liegt in Bayern sogar um elf Euro über dem von Sachsen-Anhalt.

Dass das Gesamthonorar der Hausärzte zwischen Arendsee und Zeitz dagegen mit mehr als 112.000 Euro um rund 14.000 Euro über dem Bundesdurchschnitt und um 16.000 Euro über dem in Bayern lag, sei Ausdruck des enormen Arbeitspensums.

Fallwert verschärft Nachwuchssorgen

"Diese Zahlen zeigen, wie stark die Belastung der Kollegen in Sachsen-Anhalt ist", so KVSA-Vorstand Dr. Burkhard John.

Die Politik verlasse sich auf den Ehrenkodex der Ärzte, die Versorgung unter allen Umständen und sogar auf Kosten der Gesundheit von Ärzten sicherzustellen.

Den geringen Fallwert nannte John insbesondere mit Blick auf die überdurchschnittlich hohe Morbidität (zehn Prozent über Bundesdurchschnitt) völlig inakzeptabel.

Unter diesen Umständen sei es trotz vieler Bemühungen der KV - Filialpraxen, Stipendien für Studenten, Starthilfen für Niederlassungen in unterbesetzten Regionen - schwer, dringend benötigten Nachwuchs zu gewinnen.

Schon heute fehlen im Land mehr als 400 Allgemeinmediziner. In fünf Jahren könnten es aufgrund der Altersstruktur 650 sein.

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