Honorar

Sechs Prozent Plus in Westfalen-Lippe

Nach langen Verhandlungen zwischen der KV Westfalen-Lippe und den Krankenkassen ist nun eine Vereinbarung geschlossen: Die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung erhöht sich um 131 Millionen Euro.

Ilse SchlingensiepenVon Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht:
Im Schnitt sechs Prozent mehr Honorar erhalten die Ärzte in Westfalen-Lippe.

Im Schnitt sechs Prozent mehr Honorar erhalten die Ärzte in Westfalen-Lippe.

© Gajus / fotolia.com

KÖLN. In Westfalen-Lippe ist die Kuh endlich vom Eis. Die Krankenkassen und die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) haben sich nach langwierigen Verhandlungen über das Honorarvolumen für das Jahr 2013 verständigt.

Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten erhalten im Schnitt sechs Prozent mehr Honorar für die Versorgung ihrer Patienten. Mit diesem Plus könne die KVWL wie geplant die Grundversorgung stärken, sagt der zweite KVWL-Vorsitzende Dr. Gerhard Nordmann.

Damit erhöht sich die morbiditätsbedingte Gesamtvergütung von 2,185 Milliarden Euro des Jahres 2012 um 131 Millionen Euro. Von dem Zuwachs erfolgen 4,7 Prozent sockelwirksam, berichtet Nordmann.

Dafür ist die Bundesvorgabe um ein Prozent aufgestockt worden. Diese Gelder sollen in das Wartezeiten-Management und die bessere medizinische Versorgung von Patienten in ländlichen Regionen und von Pflegeheimbewohnern fließen.

Die zweite Komponente der Honorarvereinbarung nimmt auf eine westfälisch-lippische Sondersituation Rücksicht. Die Ärzte und Psychotherapeuten erhalten ein weiteres Plus von 1,3 Prozent, weil sie mit den Ausgaben für Arznei- und Heilmittel in den vergangenen Jahren immer deutlich unter dem Bundesdurchschnitt gelegen haben.

"Dieses Plus haben wir für die Jahre 2013, 2014 und 2015 verhandelt", berichtet Nordmann. Dieser Teil des Honorarpakets ist aber nicht sockelwirksam und zudem von dem weiteren Verordnungsverhalten abhängig.

"Insgesamt haben wir angesichts der schwierigen Verhandlungen ein für alle Seiten zufriedenstellendes Ergebnis erzielt", resümiert Nordmann. Nicht zufrieden sei er allerdings mit der Tatsache, dass die besondere Morbiditätslast in Westfalen-Lippe keine Berücksichtigung finde.

Das Schiedsamt hatte dem Verlangen der KVWL, die Honorare in Westfalen-Lippe auf das bundesweite Niveau anzuheben, im April eine Absage erteilt.

Die KVWL wird gegen die Entscheidung des Schiedsamtes klagen, die erst seit wenigen Wochen schriftlich vorliegt, kündigt Nordmann an. Dann werde sie die Klage aber sofort ruhend stellen. "Wir werden abwarten, bis in Sachsen-Anhalt ein endgültiges Urteil vorliegt." In Sachsen-Anhalt klagen die Kassen gegen die Entscheidung des dortigen Schiedsamts, den Sockel anzuheben.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Debatte um Primärversorgung

HzV in Baden-Württemberg: Dort regiert die ganz große Koalition

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Treat-to-Target-Strategie

Gicht: Mit der Harnsäure sinkt auch das kardiovaskuläre Risiko

Lesetipps
Eine Frau steht vor einer schwarzen Wolke.

© 1STunningART / stock.aodbe.com

Keine Modeerscheinung

ADHS im Erwachsenenalter: Das gilt für Diagnostik und Therapie