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Kommentar zur Demenz-WG

"Sowiedaheim" - klingt gut, ist gut

Von Sabine Schiner Veröffentlicht:

Etwa zwei von drei Demenzkranken werden von Angehörigen, Partnern oder Freunden zu Hause betreut. Um die Pflegenden zu entlasten, bieten viele Einrichtungen Angebote zur Tagespflege an. Die Plätze sind rar und oft für die Familien auch unbezahlbar.

Bezahlbar, weil ehrenamtlich, ist das Wohnzimmer-Modell "Sowiedaheim", das im Schwalm-Eder-Kreis erprobt wird. Dort werden Pflegebedürftige in Privathaushalten von Laienhelfern betreut: Sie spielen Karten oder machen Gymnastik, mittags wird gekocht, danach ein Nickerchen gemacht, mit den Kindern der Gastgeberin gescherzt und die Familienkatze gestreichelt.

Die Bilanz kann sich sehen lassen: Die Angehörigen haben ein paar Stunden für sich und die Pflegebedürftigen fühlen sich gut aufgehoben und nicht abgeschoben.

Zum Nulltarif gibt es aber auch das Wohnzimmer-Modell nicht. Gute Pflege kostet.

Das Vorbildprojekt sollte trotzdem Schule machen. Es braucht schließlich jede Menge innovativer Projekte, um das Thema Pflege angesichts des demografischen Wandels zu stemmen.

Wenn das Wohnzimmer-Modell in die Nachbarschaft einzieht, dann dient dies nicht nur der Integration, es nimmt auch der Krankheit etwas den Schrecken.

Lesen Sie dazu auch: Teilzeit-WG: Wohnzimmer für Demenzkranke

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