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Psychiatrie in der DDR

Stiftung hilft früheren Opfern

Eine dunkle Seite der Medizingeschichte soll aufgearbeitet werden – auch in Brandenburg.

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POTSDAM. Für Menschen, denen als Minderjährige in Psychiatrien und Behindertenheimen Leid zugefügt wurde, gibt es seit Anfang April in Potsdam eine Anlauf- und Beratungsstelle der Stiftung Anerkennung und Hilfe. Die Einrichtung ist Teil des Versuches, diese dunkle Seite der Medizingeschichte aufzuarbeiten.

"Die Stiftung kann das erlebte Unrecht nicht ungeschehen machen. Aber sie erkennt das erlittene Leid an und unterstützt die Betroffenen auch finanziell", so Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke): "Menschen, die Leid und Unrecht erlitten haben, benötigen sensible Beratung und Unterstützung."

Die Trägerschaft für die Einrichtung hat die Aufarbeitungsbeauftragte des Landes Brandenburg übernommen. "Wir wollen denjenigen gute Ansprechpartner sein und Unterstützung bieten, die als Kinder und Jugendliche den teilweise unwürdigen Bedingungen in stationären psychiatrischen und Behinderteneinrichtungen ausgeliefert waren", sagte die Aufarbeitungsbeauftragte Ulrike Poppe.

Außerdem können Betroffene in der Anlaufstelle eine pauschale Geldleistung zur Verbesserung ihrer Lebenssituation erhalten.

In der Bundesrepublik lebten den Angaben zufolge zwischen 1949 und 1975 rund 116 100 und in der DDR zwischen 1949 und 1990 rund 139 900 Mädchen und Jungen in stationären Einrichtungen der Psychiatrie und Behindertenhilfe. Unter diesen Erfahrungen leiden viele bis heute. Zu den Spätfolgen zählen Hospitalisierungsschäden und schwere psychische Belastungen. Bund, Länder und Kirchen haben zum Jahresbeginn 2017 die Stiftung Anerkennung und Hilfe errichtet. (ami)

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