Öffentlicher Gesundheitsdienst

Tarifverhandlungen für ÖGD-Ärzte unterbrochen

Veröffentlicht:

Berlin. Die Tarifverhandlungen für Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst sind unterbrochen. Der Marburger Bund (MB) ist darüber empört. Er hält den von der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) vorgebrachten Grund für die Unterbrechung für fadenscheinig.

Nach Angaben des MB haben die kommunalen Arbeitgeber am vergangenen Donnerstag die Verhandlungen mit dem Hinweis verlassen, der Deutsche Beamtenbund (DBB) wolle mit ihnen Tarifverhandlungen für die betroffenen Ärzte führen.

Den Verweis auf den DBB hält der Marburger Bund für fehlgeleitet. Zwar sei der Bundesverband der Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst, dem ein Teil der betroffenen Ärzte angehören, bis Ende 2017 Mitglied im DBB gewesen, habe diesen aber wegen andauernder Erfolglosigkeit verlassen, heißt es beim MB.

Dramatischer Ärztemangel im ÖGD

Ob der Beamtenbund Mitglieder in diesem Bereich organisiert, sei völlig unklar. Den Arbeitgebern sei dies nach eigenem Bekunden weitgehend gleichgültig, so der MB. Für den VKA sei das Verlangen des Beamtenbundes Vorwand genug, die Verhandlungen mit dem Marburger Bund zu unterbrechen und die Sachlage zu klären.

Der ÖGD leidet seit Jahren an einem dramatischen Ärztemangel. Ein Grund: Die Ärzte in den Gesundheitsämtern werden nicht nach dem branchenüblichen Tarifvertrag bezahlt und verdienen teilweise bis zu 1000 Euro im Monat weniger.

Im Mai dieses Jahres hatte sich die VKA verpflichtet, die Traifverhandlungen für Ärzte im kommunalen Dienst außerhalb der Krankenhäuser fortzusetzen. (chb)

Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Nach der REDUCE-AMI-Studie

Bye-bye für Betablocker nach Herzinfarkt?

Therapie gegen Lieferausfälle?

Gesundheitsökonom Greiner: „Auf Rabattverträge zu verzichten, wäre grundverkehrt“

Lesetipps
Alexander Baasner und Dr. Stefan Spieren (v.l.) haben die Idee der Digitalen Hausärztlichen Versorgungsassistenten (DIHVA) entwickelt.

© Digitales Facharzt- & Gesundheitszentrum

Neues Berufsbild

Bürger als Assistenten: Hausarzt entwickelt Idee der DIHVA