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Reagila® – deutliche Besserung auch der Negativsymptome bei Schizophrenie

Cariprazin (Reagila®) von Recordati ist ein neues atypisches Antipsychotikum zur Behandlung von Schizophrenie-Patienten. Es ist ein Partialagonist an D2- und D3-Dopaminrezeptoren mit hoher Affinität zum D3-Rezeptor. Dies ermöglicht neben der Kontrolle der Positiv- auch eine deutliche Besserung der Negativsymptome.

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Reagila® – deutliche Besserung auch der Negativsymptome bei Schizophrenie

Negativsymptome wie Gefühlsverflachung, Antriebsminderung und Anhedonie können in allen Stadien der Schizophrenie auftreten und lassen sich mit den bisher verfügbaren Antipsychotika der ersten und zweiten Generation kaum in den Griff bekommen. Während die positiven Symptome wie Wahnvorstellungen und Halluzination nach der Akutphase in der Regel remittieren, bleiben die negativen Symptome meistens bestehen. In vielen Fällen sind sie mit sozialem Rückzug und Einschränkungen der persönlichen und beruflichen Leistungsfähigkeit verknüpft.

Die bisher bestehende Lücke in der Versorgung von Schizophrenie-Patienten mit überwiegender Negativsymptomatik kann mit dem neuartigen Antipsychotikum Cariprazin (Reagila®) von Recordati geschlossen werden. Cariprazin ist ein Partialagonist an D2- und D3-Dopaminrezeptoren mit hoher Affinität zum D3-Rezeptor. Zugelassen ist das Präparat zur Behandlung der Schizophrenie bei erwachsenen Patienten. Es ist seit April 2018 in Deutschland verfügbar.

Dosisabhängige Wirksamkeit

In drei multinationalen, sechswöchigen, placebokontrollierten, randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studien bei Patienten mit Schizophrenie im Alter von 18 bis 60 Jahren führte Cariprazin in Dosierungen von 1,5 mg bis 6,0 mg bei einmal täglicher oraler Einnahme zu einer dosisabhängigen Reduktion der Positivsymptomatik. Alle untersuchten Dosierungen waren Placebo bei der Reduktion des PANSS (Positive and Negative Syndrome Scale)-Gesamtwerts (primärer Endpunkt) sowie bei der Verbesserung des CGI-S (Clinical Global Impression-severity Scores; sekundärer Endpunkt) deutlich überlegen.

Die Wirksamkeit von Cariprazin auf die Negativsymptomatik wurde in einer randomisierten, aktiv kontrollierten, doppelblinden Head-to-Head-Studie bei insgesamt 461 Schizophrenie-Patienten (18 bis 65 Jahre alt) mit überwiegender Negativsymptomatik untersucht. Die Patienten wurden über 26 Wochen mit Cariprazin (3 mg, 4,5 mg oder 6 mg pro Tag) oder mit Risperidon (3 mg, 4 mg oder 6 mg pro Tag) behandelt, wobei als Zieldosis bei Cariprazin 4,5 mg und bei Risperidon 4 mg vorgegeben war.

Eingeschlossen waren Patienten, die einen PANSS-Faktorscore für Negativsymptomatik (PANSS-FSNS) von ≥ 24 hatten. Primärer Wirksamkeitsendpunkt war die Änderung des PANSS-FSNS gegenüber dem Ausgangswert. Wichtigster sekundärer Endpunkt war das psychosoziale Funktionsniveau (gemessen mit der Personal and Social Performance [PSP]-Skala).

Einfluss auf Negativsymptome

Unter Cariprazin kam es bereits ab Woche 14 zu einer im Vergleich zu Risperidon statistisch signifikanten und patientenrelevanten Besserung der Negativsymptomatik (PANSS-FSNS -8,9 versus -7,44 Punkte; p = 0,002). Bereits ab Woche 10 war das neue Antipsychotikum dem aktiven Komparator auch bei der Verbesserung des psychosozialen Funktionsniveaus signifikant überlegen (PSP-Score 14,30 versus 9,66 Punkte; p < 0,0001). Die Unterschiede im PANSS-FSNS und im PSP-Score nahmen bis zum Ende der 26-wöchigen Behandlungszeit noch weiter zu.

Die Ergebnisse dieser Studie haben dazu geführt, dass Cariprazin als erstem Arzneimittel aus dem Therapiegebiet der psychischen Erkrankungen seit Einführung des AMNOG-Prozesses im Jahre 2011 ein therapierelevanter Zusatznutzen attestiert wurde.

Rezidivprophylaktische Wirkung

Zudem ergab eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Langzeitstudie über eine Therapiedauer von bis zu 72 Wochen, dass Cariprazin eine deutliche rezidivprophylaktische Wirksamkeit aufweist. Der primäre Studienendpunkt war die Zeit bis zur erneuten Exazerbation der Symptomatik. Unter kontinuierlicher Behandlung mit Cariprazin (3 mg, 6 mg oder 9 mg pro Tag) war die Zeit bis zum Rezidiv signifikant um 55 Prozent länger als im Placebo-Arm. Erneute Exazerbationen ereigneten sich bei 24,8 Prozent der mit Cariprazin behandelten Patienten im Vergleich zu 47,5 Prozent der Patienten der Placebo-Gruppen (p = 0,001).

Cariprazin hat ein günstiges Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil: In den Akutstudien war die Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen niedriger als unter Placebo (9 versus 12 Prozent). Cariprazin hatte in den Studien keine relevanten Auswirkungen auf den Prolaktinspiegel, das Körpergewicht, metabolische Parameter und die QT-Zeit. Zu den häufigsten unerwünschten Arzneimittelwirkungen im Dosisbereich von 1,5 bis 6,0 mg zählen Akathisie und extrapyramidalmotorische Symptome.

Ein weiterer Vorteil von Cariprazin ergibt sich aus der verlängerten Halbwertzeit seines wichtigsten aktiven Metaboliten (Didesmethylcariprazin). Das kann einen gewissen Schutz bieten, wenn die Einnahme des Wirkstoffs vergessen wird. (aam)

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