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Impfkampagne

200 Impfdosen pro Praxis in der Woche sind drin

Mit kräftiger Mithilfe der Ärzte könnte Deutschland noch im Sommer den Hauptteil der Impfungen hinter sich haben. Noch sehen KVen aber viel Luft nach oben.

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Kleiner Piks in den Oberarm: 200 Mal in der Woche könnten Ärzte das durchaus schaffen, glaubt KV-Sachsen-Chef Heckemann.

Kleiner Piks in den Oberarm: 200 Mal in der Woche könnten Ärzte das durchaus schaffen, glaubt KV-Sachsen-Chef Heckemann.

© picture alliance / Westend61

Hamburg/Dresden. Die Kassenärztliche Vereinigung Hamburg (KVH) geht davon aus, dass die Corona-Impfungen im Sommer weitgehend abgeschlossen sein könnten. „Wenn es gut läuft, die Hausärzte bald eingebunden sind und genug Impfstoff kommt, könnten wir im Juli oder August mit dem Gröbsten durch sein“, sagte KVH-Vorstandschef Walter Plassmann dem „Hamburger Abendblatt“.

Das Virus werde aber bleiben, warnte er. „Es ist gut möglich, dass wir dagegen jährlich werden impfen müssen – wie bei der Grippe.“ Die KVH ist Betreiberin des Impfzentrums in den Messehallen.

Dort können täglich bis zu 7000 Menschen geimpft werden. Die Kosten bezifferte Plassmann auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag, wobei der größte Batzen die Personalkosten für mehr als 2000 Mitarbeiter seien. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) – vor seinem Wechsel in den Senat Laborarzt am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) – wollte am Sonntag im Impfzentrum eine Schicht mitarbeiten und sich so ein besseres Bild von der Lage machen.

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„Hotline unterdimensioniert ausgestattet“

KVH-Chef Plassmann räumte ein, dass zum Start des Impfzentrums Fehler gemacht worden seien. „Wir hatten die Hotline 116 117 anfänglich unterdimensioniert ausgestattet.“ Es sei unterschätzt worden, dass die Telefonate im Durchschnitt bis zu fünf Minuten dauerten. Da habe nachjustiert werden müssen. „Zudem wurden in Hamburg zu Beginn deutlich mehr Menschen zur Impfung eingeladen, als Impfstoff verfügbar war.“

Unterdessen hat Klaus Heckemann, KV-Chef in Sachsen, mehr Coronaschutz-Impfungen durch niedergelassene Ärzte gefordert, wenn mehr Impfstoff zur Verfügung steht. Über Hausarztpraxen und andere Ärzte gebe es mindestens die fünffache Kapazität für das Impfen als in den Impfzentren, sagte Klaus Heckemann in Dresden.

20 Impfdosen pro Woche? Viel zu wenig, sagt der KV-Chef!

Die 20 Impfdosen pro Woche, die laut Bund-Länder-Beschluss nach Ostern zunächst in den Praxen angekommen sollen, seien nicht ausreichend. Niedergelassene Ärzte könnten problemlos 200 Impfungen pro Woche schaffen. Denkbar sei zum Beispiel die Einführung einer Samstagssprechstunde, in der ausschließlich geimpft werde, sagte Heckemann. Das Impfen müsse auch nicht auf die Hausärzte beschränkt bleiben. „Warum soll ein Orthopäde, Urologe oder Chirurg nicht auch impfen?“

In der Woche nach Ostern sollen bundesweit knapp 3,3 Millionen Impfdosen geliefert werden. Die niedergelassenen Ärzte sollen davon knapp eine Million bekommen. Das wären bei einer Beteiligung von 50 .000 Praxen jeweils 20 Dosen pro Woche.

Der KV-Vorsitzende schlug zudem vor, die verschiedenen Impfstoffe an verschiedene Impfstellen zu verteilen. Das Vakzin von BioNtech/Pfizer solle wegen der schwierigeren Lagerung in den Impfzentren bleiben, sagte Heckemann. Der Impfstoff muss bei sehr tiefen Minusgraden aufbewahrt werden. Der AstraZeneca-Impfstoff solle dagegen an die Arztpraxen gehen. (dpa)

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