Hessen macht‘s vor

Ärzte während des Studiums binden

Die Kompetenzzentren Frankfurt am Main und Marburg könnten Mainz als Vorbild dienen.

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MAINZ. Während Akteure des Gesundheitswesens, Politik und Mediziner in Rheinland-Pfalz noch nach Lösungen suchen, um die allgemeinmedizinische Versorgung zukunftsfähig aufzustellen, ist Hessen bereits einen Schritt weiter.

Bei der Zentralen Zukunftswerkstatt stellten Marischa Broemann und Susanne Sommer vom Weiterbildungskolleg Allgemeinmedizin der Kompetenzzentren Frankfurt am Main und Marburg ihr Programm vor.

Es könnte für Rheinland-Pfalz Modell stehen. Ein ähnliches Programm kann allerdings erst dann initiiert werden, wenn der Aufbau des Lehrstuhls für Allgemeinmedizin an der Uni Mainz abgeschlossen ist.

Zum einen begleitet das Kolleg Studenten schon während des Medizinstudiums mit einem Mentoringprogramm, in dem viermal im Jahr Fragen rund ums Thema Weiterbildung besprochen werden.

Zum anderen wird ein Programm für Ärzte in Weiterbildung angeboten, in dem Kenntnisse zu Praxisübernahme und -gründung, spezifischen Beratungsanlässen und ärztlicher Gesprächsführung vermittelt werden.

Auch Projekte wie die Landpartie Fulda, bei der junge Ärzte zwei Wochen Blockpraktikum im ländlichen Fuldaer Raum machen, oder der sogenannte Landarzt-Track, zu dem neben einem zweiwöchigen Praktikum auch regelmäßige Hospitanztage in ländlichen Praxen gehören, sind Teil des Konzepts.

"Wir sind an der Uni angesiedelt, was dazu beiträgt, die Identifikation der Studenten mit der Allgemeinmedizin von Beginn an zu festigen", erklärt Diplom-Pädagogin Broemann.

Das sei wichtig, weil junge Ärzte während ihres Studiums zunächst in der Klinik arbeiteten und dort oft schon abgeworben würden, bevor sich überhaupt die Frage einer Niederlassung stellt, berichtete Susanne Sommer, Fachärztin für Allgemeinmedizin. (aze)

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