Direkt zum Inhaltsbereich

Berufsrecht

Bundesländer lehnen neue EU-Prüfung ab

Ende März wird der Bundesrat seine endgültige Position zur geplanten neuen EU-Berufsrechtsprüfung beschließen.

Veröffentlicht:

BERLIN. Der umstrittene europäische Richtlinienentwurf für eine Verhältnismäßigkeitsprüfung vor Erlass neuer nationaler Berufsregulierungen oder vor Änderung bestehender Regulierungen ist in der Ärzteschaft auf breite Ablehnung gestoßen (wir berichteten). Unterstützung kommt vom Bundesrat. Die Länderkammer hatte bereits im Rahmen einer sogenannten Subsidiaritätsrüge Mitte März die Zuständigkeit der EU für nationale Berufsregeln bestritten. Allerdings sei unter den EU-Mitgliedstaaten das nötige Quorum, um mittels Subsidiaritätsrüge ein Richtlinienvorhaben abzuschmettern, nicht erreicht worden, erläuterte auf Anfrage eine Bundesrat-Sprecherin.

Bei seiner nächsten Sitzung am 31. März wird sich der Bundesrat erneut mit der Sache befassen, diesmal inhaltlich. Diplomatisch heißt es in den vorliegenden Ausschuss-Empfehlungen zunächst, der Bundesrat begrüße "grundsätzlich" das Anliegen, negative Auswirkungen nationaler Berufsregularien auf Mobilität und Bereitstellung von Dienstleistungen in der EU abbauen zu wollen. Auch den Wunsch nach einer EU-weit einheitlichen Bewertung der Verhältnismäßigkeit nationalen Berufsrechts könne man nachvollziehen. Dennoch lehne man den Richtlinienvorschlag der Kommission ab.

Berufsrechtliche Diskriminierungen würden "bereits heute von den Mitgliedstaaten geprüft", heißt es. Daher stelle sich die Frage, warum ein zusätzliches Verfahren nötig sei. Der "damit verbundene enorme Aufwand" stehe "in keinem Verhältnis zum möglichen Nutzen". Zudem seien auch weniger einschneidende Maßnahmen als eine Richtlinie denkbar. Beispielsweise ließen sich den Mitgliedstaaten Empfehlungen geben. Auch bewege man sich mit der ständigen Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) sowie der Berufsanerkennungsrichtlinie bereits innerhalb eines einheitlichen EU-Rechtsrahmens zur Verhältnismäßigkeitsprüfung nationaler Berufsregeln. – Der federführende Bundesratsausschuss für EU-Fragen formuliert die Bitte an die Bundesregierung, sich dafür einzusetzen, "dass die Kommission den Richtlinienvorschlag entweder zurückzieht oder in Form einer nicht verbindlichen Empfehlung erneut vorlegt". (cw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Bundessozialgericht

Urteil: Krankenkasse muss keine Skiprothese bezahlen

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Ist das AMNOG bereit für HIV-Innovationen?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Gilead Sciences GmbH, Martinsried
Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

© metamorworks / Getty Images / iStock

Krebsmedizin auf neuen Wegen

Angepasste Endpunkte, moderne Studiendesigns und ungelöste Herausforderungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Ein Medikament unter vielen, das wenigen hilft? 2400 Wirkstoff-Kandidaten in der EU haben den Orphan-Drug-Status.

© artisteer / Getty Images / iStock

Wirkstoff-Kandidaten mit Orphan-Drug-Status

Orphan Drugs – Risiken für ein Modell

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Tipps von hausärztlichen Anwendern

Wenn Kollege KI in der Arztpraxis „assistiert“

Lesetipps
Hausarzt Florian Vorderwülbecke mit seiner Tasche

© Vincenz Vorderwülbecke

Auf Haus- und Heimbesuch

Die perfekte Hausbesuchstasche: Worauf Sie beim Packen achten können

Viel hilft viel? Die Studienlage zu Probiotika ist im besten Falle durchwachsen.

© Romario Ien / stock.adobe.com

Dissens in Bezug auf Wirksamkeit

Wem oder wogegen helfen Probiotika?

Ein Mann liegt regungslos auf dem Boden.

© Short World / Generated with AI / stock.adobe.com

DGIM 2026

Bewusstseinsstörungen: Der internistische Blick