Solidaritätserklärung

Corona-Impfstoff: Pharma-Chefs betonen Zugang für alle

Nicht nur reiche Länder sollen sich einen Corona-Impfstoff leisten können: Die Industrie gibt eine Solidaritätserklärung ab.

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Fassade mit Schriftzug Boehringer Ingelheim am Konzern-Stammsitz in Ingelheim. Publikationsname / Publikationsnummer / E-Tag TT.MM.JJJJ (optional)

Fassade mit Schriftzug Boehringer Ingelheim am Konzern-Stammsitz in Ingelheim. Publikationsname / Publikationsnummer / E-Tag TT.MM.JJJJ (optional)

© Boehringer Ingelheim

Seattle. Immer mehr Industrieländer sichern sich durch Vorverträge mit potenziellen Herstellern Kontingente eines neuen Corona-Impfstoffs. Unter Federführung der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung haben jetzt mehrere Pharmaunternehmen in einer gemeinsamen Erklärung zugesagt, Impfstoffe und Medikamente gegen COVID-19 auch ärmeren Ländern zugänglich machen zu wollen.

Unter anderem wird die Bereitschaft betont, Präparate entweder zu spenden, zum Selbstkostenpreis abzugeben oder Abgabepreise nach regionaler Kaufkraft zu staffeln. Auch werde man sich um eine gerechte und „evidenzbasierte“, soll heißen nach Risikogruppen hierarchisierte, Güterverteilung bemühen und dazu gemeinnützige Projekte wie beispielsweise die Impfstoff-Plattform COVAX unterstützen.

Auch Sicherheit nochmal betont

Unterzeichnet haben das Kommunique die CEOs von AstraZeneca, Bayer, bioMérieux, Boehringer Ingelheim, Bristol Myers Squibb, Eisai, Eli Lilly, Gilead, GlaxoSmithKline, Johnson & Johnson, Merck & Co. (MSD), Merck KGaA, Novartis, Pfizer, Roche und Sanofi.

Einmal mehr betonen die Pharmachefs aber auch den unbedingten Vorrang, den sie einer wissenschaftlich und regulatorisch sorgfältigen Entwicklung einzuräumen gedenken. Aspekte der Produktsicherheit hätten Priorität vor Schnelligkeit oder politischen Interessen. Erst kürzlich hatten einige CEOs bereits ein Statement veröffentlicht, in dem sie jeglichen politischen Druck auf die Impfstoffentwicklung zurückwiesen.

Halbe Milliarde aus Deutschland

Das Auswärtige Amt gab Mitte September bekannt, dass sich Deutschland mit Hilfsgeldern über rund 675 Millionen Euro im sogenannten „ACT-Accelerator“ engagieren werde; dabei handelt es sich um eine Kooperation auf Veranlassung der WHO, der EU-Kommission, des französischen Präsidenten sowie der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung, die eine weltweite gerechte Verteilung von Medikamenten und Diagnostika gegen SARS-CoV-2 organisieren will.

COVAX ist die Impfstoff-Unit des „ACT-Accelerators“, der Stand Ende September mehr als 80 Industrie- und Schwellenländer beigetreten waren. Über COVAX würden allein 92 Länder der Dritten Welt Zugang zu einem Corona-Impfstoff erhalten, „finanziert über Entwicklungshilfe“, heißt es in einer früheren Mitteilung des Auswärtigen Amtes. (cw)

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