Gesundheitsnetzwerk

Debeka steigt bei „Wir für Gesundheit“ ein

Mit dem Einstieg in das Gesundheitsnetzwerk will der private Krankenversicherer Debeka das Geschäft in der betrieblichen Krankenversicherung ausbauen.

Von Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht: 28.07.2020, 12:11 Uhr
Debeka steigt bei „Wir für Gesundheit“ ein

Inhaber der Plus-Card der betrieblichen Krankenversicherung der „Wir für Gesundheit GmbH“ erhalten in den Netzwerk-Kliniken so den Status von Privatpatienten, also die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer sowie die wahlärztliche Behandlung.

© Gina Sanders / Stock.Adobe.com

Koblenz. Die Debeka beteiligt sich an der „Wir für Gesundheit GmbH“. Der Marktführer in der privaten Krankenversicherung hat ein Drittel der Anteile übernommen, die anderen beiden Drittel halten die privaten Klinikketten Asklepios und Helios. Der Preis für die Anteile wurde nicht genannt, es soll sich aber um einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag handeln.

„Wir für Gesundheit“ ist mit mehr als 300 Kliniken sowie Medizinischen Versorgungszentren und Praxen niedergelassener Ärzte nach eigenen Angaben das größte deutsche Gesundheitsnetzwerk. Die Einrichtungen sind über die gesamte Republik verteilt. Um sich am Netzwerk beteiligen können, müssen sie bestimmte Qualitätskriterien erfüllen und an externen Qualitätsprüfungen teilnehmen.

Netzwerk verknüpft mit bKV

„Die überdurchschnittlichen medizinischen Qualitätsergebnisse zeichnen die einzelnen Kliniken und somit das gesamte Netzwerk aus“, sagt Asklepios-Vorstand Professor Christoph Herborn. Es machen nicht nur Kliniken in privater Trägerschaft mit, sondern auch kommunale und freigemeinnützige Häuser sowie Universitätskliniken.

Das Netzwerk ist verknüpft mit einem Angebot der betrieblichen Krankenversicherung (bKV). Über die sogenannte Plus Card können Arbeitgeber private Zusatzversicherungen für ihre Mitarbeiter abschließen. Sie erhalten in den Netzwerk-Kliniken so den Status von Privatpatienten, also die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer sowie die wahlärztliche Behandlung. Zum Paket gehören auch die Vermittlung von Terminen beim Facharzt und ein Zweitmeinungsservice.

„Bedeutender Schritt“

Risikoträger für die Plus Card-Tarife ist seit dem Beginn im Jahr 2014 die Debeka. „Wir haben uns entschieden, strategisch an dem Projekt mitzuwirken“, sagt Vorstand Roland Weber. „Dass wir jetzt Mit-Gesellschafter von ‚Wir für Gesundheit‘ sind, ist ein logischer und bedeutender Schritt“, bestätigt sein Vorstandskollege Paul Stein.

Die Hoffnung ist, den Vertrieb von bKV-Policen noch stärker anzukurbeln. Sie gelten als Mittel der Mitarbeitergewinnung und -bindung. Über die Plus Card kommt der größte Teil des bKV-Geschäfts der Debeka. Weber ist optimistisch, dass dieser Bereich der Krankenversicherung künftig an Bedeutung gewinnen wird. Ein Grund: Es ist jetzt endgültig klar, dass die Beiträge zur bKV steuerlich als Sachlohn eingeordnet werden.

Bislang haben 600 Unternehmen mit 120.000 Beschäftigten die Plus Card abgeschlossen. Sie können dabei unter vier verschiedenen Tarifvarianten wählen.

Auch für den kontinuierlichen Ausbau des Gesundheitsmanagements der Debeka spielt „Wir für Gesundheit“ eine wichtige Rolle. Die Beteiligung gibt dem Unternehmen weitere Instrumente, um die Versorgung der Versicherten zu steuern. „Wir erarbeiten gemeinsam mit Asklepios und Helios neue Versorgungskonzepte“, sagt Weber. Einzelheiten nennt er noch nicht.

Digitale Angebote im Fokus

Die Digitalisierung wird dabei auf jeden Fall eine Rolle spielen. „Künftig wollen wir die Plus Card gemeinsam mit der Debeka und unserer Digitalplattform Curalie um digitale Angebote erweitern, die zusätzlichen Mehrwert für Arbeitgeber und deren Belegschaften bedeuten“, kündigt Enrico Jensch an, Geschäftsführer der Helios Kliniken.

Curalie ist ein Digital Health-Unternehmen, das ebenso wie Helios zum Fresenius-Konzern gehört. Es entwickelt digitale Gesundheitsangebote und bietet unter seinem Namen seit November 2019 eine App für chronisch kranke Menschen an.

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