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Knackpunkt digitale Gesundheitskompetenz

Der suchende Patient

Immer mehr informierte Patienten, die sich ihr Krankheitswissen online aneignen, schlagen in Haus- und Facharztpraxen auf. Wie eine aktuelle Studie zeigt, hapert es aber an deren E-Health-Literacy.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Mann schaut auf sein Smartphone.

Im Internet finden sich für Patienten unzählige Infoquellen zu Gesundheitsthemen. Hier ist eine hohe E-Health-Literacy gefragt, um die Spreu vom Weizen trennen zu können.

© Jeanette Dietl / stock.adobe.com

Bremen. Sorgt Dr. Google für zunehmend informierte Patienten in den Praxen, die Diagnose und Therapie auf Augenhöhe mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen wollen? Verleiht eine steigende digitale Gesundheitskompetenz (E-Health-Literacy) Digitalen Gesundheitsanwendungen (DiGA) und auch nicht rezeptierbaren Gesundheits-Apps Flügel?

Wissenschaftler des Leibniz-WissenschaftsCampus Digital Public Health (LWC DiPH) aus Bremen kommen in ihrem ersten Bericht zur Digitalisierung und Gesundheit zu einem eher ernüchternden Ergebnis. 1014 Personen mit Zugang zum Internet aus ganz Deutschland wurden unter anderem dazu befragt, wie sie mit online verfügbaren Informationen zur Corona-Pandemie umgehen.

Offensichtlich bedürfen sie doch noch – zum Beispiel im Rahmen des Praxisbesuchs – ärztlich vermittelter medizinischer Expertise mit qualitätsgesicherten Aussagen. Denn: Trotz – nach eigener Aussage – hoher digitaler Gesundheitskompetenz, ist das Vertrauen in Informationen aus dem Internet für gesundheitsbezogene Entscheidungen niedrig. Aber die digitale Gesundheitskompetenz ist gerade eine essenzielle Voraussetzung für den Umgang mit digitalen Technologien, die auf gesundheitsbezogene Zwecke abzielen. Dazu gehören das Finden, Verstehen, Bewerten und Anwenden von gesundheitsbezogenen Informationen.

Opfer der Infodemic?

„Während der Corona-Pandemie hat sich der Einsatz der Digitalisierung für gesundheitsbezogene Zwecke besonders rapide entwickelt“, verdeutlicht Professor Hajo Zeeb, Sprecher des LWC DiPH und Leiter der Abteilung Prävention und Evaluation am Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS.

Während der Corona-Pandemie hat sich der Einsatz der Digitalisierung für gesundheitsbezogene Zwecke besonders rapide entwickelt.

Professor Hajo Zeeb, Sprecher des Leibniz-WissenschaftsCampus Digital Public Health in Bremen

Und ergänzt: „Unsere Daten zeigen, dass die allgemeine Bevölkerung in Deutschland über die Corona-Pandemie informiert ist. Jedoch ist das Vertrauen in die Online-Informationen niedrig. Dies kann auf die sogenannte ‚Infodemic‘, eine Mischung aus korrekten und erfundenen Informationen zur Corona-Pandemie, zurückgeführt werden. Besonders Menschen mit niedriger Gesundheitskompetenz haben Probleme, die erfundenen Nachrichten als solche zu erkennen.“

Bekenntnis zur Digitalisierung

Generell denken die Befragten zu 89 Prozent, dass die Digitalisierung wichtig ist für Therapie und Gesundheitsversorgung. 69 Prozent sehen das für die Förderung der Gesundheit so und 66 Prozent für die Aufrechterhaltung der Gesundheit. Mit 57 Prozent gab mehr als jeder Zweite an, bereits digitale Technologien für gesundheitsbezogene Zwecke genutzt zu haben – Auftrieb für Dr. Google.

In puncto DiGA/Gesundheits-Apps stimmen 50 Prozent der Aussage zu, es sei wichtig, wer die Lösung herausgegeben oder entwickelt habe. 55 Prozent ist die Bewertung einer App wichtig, 26 Prozent bejahen die Frage, ob sie planen, in der Zukunft Apps aus dem Bereich Prävention und Gesundheitsförderung herunterzuladen. Aber es herrscht auch Skepsis in puncto Datenschutz: 61 Prozent befürchten eine Verletzung ihrer Privatsphäre durch eine Gesundheits-App.

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