Der Standpunkt

E-Health - mehr als nur die Karte

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:

Als die Vorplanungen für das Programm der TeleHealth zur CeBIT liefen, da spielte die Gesundheitskarte (eGK) erstmals seit Jahren kaum eine Rolle. Zu oft waren Ansätze, die die Karte voranbringen sollten, wieder im Keim erstickt worden. So dachten die Programmplaner, dieses Jahr die Karte außen vor lassen zu können.

Und nun ist plötzlich die Situation da, in der Ärzte bis Ende September Kartenleser brauchen, wenn sie die Chipkarten aller ihrer Patienten lesen können wollen. Denn im vierten Quartal werden die Kassen voraussichtlich mit der Ausgabe der eGK beginnen, um Abzüge bei Verwaltungskosten zu vermeiden.

Zurzeit finden noch die üblichen Schwarze-Peter-Spielchen statt. Die Karte ist über die Jahre ein ungeliebtes Kind geworden - um so mehr, als sie zunächst nicht mehr Funktionen hat als die alte. Das wird sich wohl erst 2013 ändern.

Wie dem auch sei. Fakt ist, dass nach geltender Rechtslage Ärzte im wahrsten Sinne des Wortes schlechte Karten haben könnten, wenn sie im vierten Quartal die neuen Karten nicht lesen können. Das macht zum einen einen schlechten Eindruck beim Patienten und ergibt zum anderen deutlichen Mehraufwand bei der Abrechnung.

Wer also keinen neuen Kartenleser kaufen will und damit auf die Zuschüsse verzichtet, braucht auf jeden Fall starke Nerven - ganz unabhängig von den politischen Verlautbarungen in den KVen. Das Beispiel der Pilotregion Nordrhein zeigt, dass die Mehrheit eher vorsichtig agiert - 70 Prozent der Ärzte haben dort die Lesegeräte gekauft, als die Entscheidung anstand.

Auch die Erfahrungen mit der Einführung der Chipkarte vor 16 Jahren lassen eher erwarten, dass die meisten Ärzte am Ende nachgeben werden.

Über die Diskussion über die Karte gerät aber leicht in Vergessenheit, dass die Telematik im Gesundheitswesen viel mehr ist als nur die eGK. Das zeigt die CeBIT deutlich. Anwendungen wie Telemonitoring oder elektronische Patientenakte sollen helfen, das Gesundheitssystem effizienter und kostengünstiger zu machen - und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.

Dass das geht, haben einige Anwendungen längst bewiesen. Für die eGK steht dieser Beweis noch aus.

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