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Kommentar

Ein Stuttgart 21 für Ärzte?

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:

Die Volksabstimmung über den unterirdischen Bahnhof in Stuttgart hat am Sonntag manchem Politiker die Augen geöffnet: Nicht immer ist eine große Menge von Demonstranten Garant dafür, dass eine Mehrheit der Bürger die Meinung der Protestierenden teilt.

So könnte es am Ende auch bei der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) sein. Immer wieder haben Ärztetage und Kammerversammlungen die Karte "in der derzeitigen Form" abgelehnt. Aber als es darauf ankam, hat eine große Mehrheit der Ärzte neue Kartenleser gekauft, um damit umgehen zu können, wenn Patienten mit der eGK kommen.

Das ist sicher keine Liebeserklärung für das Projekt, aber die Bedenken der Mehrheit sind offenbar nicht so groß, dass sie sich komplett verweigern.

Das heißt aber nicht, dass die Skeptiker jetzt schweigen sollten. Ihre Chancen, eine Online-Vernetzung über die Karte zu verhindern, sind zwar eher klein.

Aber so viel ist sicher: Die eGK wird nur dann ein Erfolg, wenn der Datenschutz gewährleistet bleibt und wenn der Nutzen nicht auf die Krankenkassen beschränkt bleibt, sondern auch für Ärzte und Patienten wirksam wird.

Zumindest das sollten die Kartenskeptiker mit ihren Protesten erreichen. Und das wäre doch auch schon ein Erfolg.

Lesen Sie dazu auch: E-Card: Ärzte rebellieren gegen Online-Pflicht

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