Kommentar zur Hamburger Psychiatrie-Analyse

Fatale Verzögerungstaktik

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:

Die Diskussion über die Zustände in den Hamburger Psychiatrien hat zwei Ebenen. Es geht um die dort aufgelisteten Mängel und um den Zeitpunkt der Veröffentlichung.

Es ist wichtig, dass die Mängel angesprochen und diskutiert werden und dass eine Behebung stattfindet, wenn es möglich ist. Genauso wichtig ist, dass ein realitätsnaher Gesamteindruck über die Versorgung vermittelt wird - deshalb berichtet die Kommission auch, wo positive Veränderungen stattgefunden haben.

Wer den Bericht liest, gewinnt den Eindruck, dass die Kommission auch konstruktive Gespräche mit den Einrichtungen führen konnte - was für die Versorgung positiv ist.

Mit der erstaunlich späten Veröffentlichung des Berichtes hat die Politik der psychiatrischen Versorgung in der Hansestadt aber einen Bärendienst erwiesen. Die verzögerte Veröffentlichung des Berichts hat eine politische und mediale Debatte ausgelöst, die einseitig auf die Mängel gerichtet war.

Die erforderliche sachliche Diskussion, wie Defizite abgestellt werden könnten, ist in den Hintergrund gedrängt worden.

Damit ist eingetreten, was durch die späte Veröffentlichung vielleicht vermieden werden sollte: nämlich der Eindruck desaströser Zustände. Das aber trifft für die breite Versorgung nicht zu.

Lesen Sie dazu auch: Hamburg: "Skandalöse Zustände" in manchen Psychiatrien

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Bundessozialgericht

BSG klärt Verjährungsfristen für Krankenhausrechnungen

Urteil

BSG definiert, wann Neugeborenen-Infektion „angeboren“ ist

Das könnte Sie auch interessieren
Was die MS-Behandlung auszeichnet

© Suphansa Subruayying | iStock

Lebensqualität

Was die MS-Behandlung auszeichnet

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

© AscentXmedia | iStock

Lebensqualität

Unsichtbare MS-Symptome im Fokus

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Wirksamkeit in der klinischen Praxis von Brivaracetam über 12 Monate (alle Formen fokaler Anfälle)d

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Zusatzbehandlung fokaler Epilepsien

Effektivere Anfallskontrolle in der Kombinationstherapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: UCB Pharma GmbH, Monheim
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

© Vink Fan / stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

7-Jahres-Daten belegen günstiges Nutzen-Risiko-Profil von Ofatumumab

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Autopsiestudie

So häufig wird der Krebs erst nach dem Tod erkannt

Lesetipps
Schulterschmerzen? Im höheren Alter ist die Polymyalgia rheumatica nach der Rheumatoiden Arthritis die häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© peopleimages.com / stock.adobe.com

Praxistipps

Schulterschmerzen: Die vertrackte, ärztliche Spurensuche