Jahreszahlen

Fresenius meldet neuen Rekordgewinn

Fresenius bleibt auf Wachstumskurs: Der Gesundheitskonzern gibt im 14. Jahr in Folge Rekordergebnisse bekannt. Doch die Pläne des Fresenius-Konzerns, im US-Generikageschäft schnell zu expandieren, sind ins Stocken geraten.

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Fresenius hat seinen Hauptsitz in hessischen Bad Homburg.

Fresenius hat seinen Hauptsitz in hessischen Bad Homburg.

© Frank Rumpenhorst / dpa

BAD HOMBURG. Zweistelliges Umsatz- und Gewinnwachstum, 14. Rekordjahr in Folge: Fresenius-Chef Stephan Sturm kann für 2017 grundsolide Zahlen präsentieren – und für 2018 erneut Rekordergebnisse in Aussicht stellen. Doch so richtig interessiert hat das am Dienstag in Bad Homburg kaum einen der anwesenden Pressevertreter. Deren ganze Aufmerksamkeit galt vielmehr der Mitteilung, dass die Übernahme des US-Generikaherstellers Akorn womöglich platzen könnte.

Der im April vorigen Jahres bekannt gegebene, 4,3 Milliarden Dollar schwere Zukauf wackelt, nachdem Fresenius anonym Hinweise erhalten hatte, dass Akorn in Zulassungsstudien gemogelt haben könnte. Wie Sturm berichtete, werde jetzt "unter Einbeziehung externer Sachverständiger" untersucht, was dran ist an vermeintlichen "Verstößen gegen FDA-Vorgaben zur Datenintegrität in der Produktentwicklung", wie der Vorgang in einer offiziellen Konzernerklärung etwas umständlich umschrieben wird.

Ergebnisse dieser Ermittlung seien frühestens in einigen Wochen zu erwarten. Anschließend müsse über das weitere Vorgehen entschieden werden. Über Konsequenzen, so Sturm, wolle man heute nicht spekulieren. Der Konzernchef ließ jedoch durchblicken, dass, sollten sich die Vorwürfe als begründet erweisen, schlimmstenfalls auch ein Abbruch der Transaktion möglich sei. An der "strategischen Sinnhaftigkeit", im US-Geschäft mit Flüssig-Generika zu expandieren, bestünden nach wie vor keinerlei Zweifel, betonte Sturm. Allerdings sei dazu nicht zwingend eine Akquisition erforderlich. Die Pipeline der Sparte Kabi sei prall gefüllt, das Geschäft könne daher auch ganz gut aus eigener Kraft weiter wachsen.

Sehr viel mehr Freude bereitet Sturm nach eigenem Bekunden die – gleichfalls im April vorigen Jahres veröffentlichte – Übernahme der Biosimilar-Aktivitäten der Darmstädter Merck. "Wir sind sehr glücklich über diesen Zukauf". Bisher hätten sich sämtliche Zielsetzungen erfüllt. Für ein Adalimumab-Similar (Original: Humira® von Abbvie) habe man im November die europäische Zulassung beantragt, die aller Voraussicht nach im 1. Quartal 2019 erteilt werden könnte. Ein Zulassungsantrag in den USA werde momentan vorbereitet.

Darüber hinaus arbeite man an einem eigenen Pegfilgrastim sowie an einem Nachahmer des Rheuma-Antikörpers Tocilizumab (Original: RoActemra® von Roche). Mit diesen Produktkandidaten wolle man jetzt Erfahrungen im Biosimilar-Metier sammeln und sehen, inwieweit man Kosten- und Entwicklungsplanung im Griff habe. Er wolle nicht ausschließen, so Sturm weiter, dass das Portfolio rekombinanter Nachahmer ausgebaut wird.

Fresenius 2017: Der Konzernumsatz verbesserte sich um 15 Prozent auf knapp 34 Milliarden Euro. Der auf die Fresenius-Aktionäre entfallende Gewinn nach Steuern nahm um 16 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zu.

Einen Umsatzsprung verzeichnete dank der Erstkonsolidierung des spanischen Krankenhausbetreibers Quironsalud die Konzernsparte Helios (+48 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro). In Deutschland und Spanien hätten Fresenius Kliniken 2017 zusammen fast 17 Millionen Patienten versorgt, heißt es. Der Betriebsgewinn (EBITDA) der Sparte stieg um 62 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro.

Die Fresenius-Aktionäre sollen zum 25. Mal in Folge eine Dividendenerhöhung (+21 Prozent auf 0,75 Euro je Aktie) erhalten. (cw)

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