Sicherheit im Netz

Gefahr erkannt, aber doch nicht gebannt

Die Sicherheit im Netz ist den Deutschen wichtig. Dafür tun sie allerdings eher wenig.

Veröffentlicht: 04.06.2019, 09:38 Uhr

BERLIN. Die Bürger in Deutschland schätzen ihre digitale Sicherheit Anfang 2019 besser ein als 2018: Der vom Meinungsforschungsinstitut Kantar TNS im Auftrag des Vereins „Deutschland sicher im Netz“ (DsiN) erhobene Sicherheitsindex stieg von 60,9 auf 62,3 von 100 erreichbaren Punkten.

Grundlage ist eine Repräsentativbefragung von 2000 Bundesbürgern im Januar und Februar 2019.

Dieser Index setzt sich aus vier Komponenten zusammen, die die Bedrohungslage und das Schutzniveau wiedergeben:

  • Wahrgenommene Sicherheitsvorfälle: 38,1 nach 41,8 Punkten,
  • Subjektives Gefährdungsgefühl: 28,7 nach 29,3 Punkten,
  • Sicherheitswissen: verbessert auf 88,6 nach 87,2 Punkten,
  • Gesunken ist das Sicherheitsverhalten von 51,7 auf 51 Punkte.

Auf Wachstumskurs sind demnach digitale Angebote im Bereich Gesundheit und Fitness, etwa zur Blutzuckermessung oder zur Kontrolle des Schlafverhaltens: Aktuell nutzen 14,3 Prozent Fitness- und Gesundheits-Apps, zwei Jahre zuvor waren es 10,7 Prozent gewesen.

9,6 Prozent nutzen digitale Angebote zur medizinischen Versorgung, beispielsweise Online-Sprechstunden. 2017 waren es erst 7,1 Prozent.

Nutzen und Risiken werden gesehen

Ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung sieht bei der Nutzung solcher digitaler Dienste aber auch Risiken: In der medizinischen Versorgung haben 24,4 Prozent (minus 2,4 Prozent) Sicherheitsbedenken. Bei Gesundheits-Apps sind es 22 Prozent (plus 0,4 Prozent).

DsiN zieht daraus den Schluss, dass Anwender verstärkt zu Schutzmaßnahmen angeleitet werden müssen. Während sich im Vorjahr noch 65 Prozent der Nutzer vor Gebrauch über Sicherheitsaspekte von Gesundheits-Apps informiert haben, liegt der Wert jetzt nur noch bei 59 Prozent. Allerdings wissen 93 Prozent der Befragten, dass dies zu ihren Schutz beiträgt.

Nur 54 Prozent passen Privatsphäre-Einstellungen in Apps an, obwohl 92 Prozent wissen, dass dies nützlich ist.

Intensiv begleitet DsiN das Gesetzgebungsverfahren für das „Digitale Versorgung“-Gesetz, wie DsiN-Geschäftsführer Dr. Michael Littger der „Ärzte Zeitung“ sagte.

Ein wichtiges Ziel des Vereins sei die Aufklärung von Verbrauchern, aber auch kleiner und mittlerer Unternehmen, über die Risiken, um die Sicherheit im Netz zu verbessern. (HL)

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