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Forschung

Gesundheitsgefahr Stromnetz? Jetzt geht es um die Evidenz

Die Bundesregierung lässt über die kommenden sechs Jahre die gesundheitlichen Auswirkungen von Stromleitungen erforschen.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Strommasten polarisieren die Bevölkerung schon seit Jahrzehnten. Mögliche Gesundheitsgefahren sollen nun mit Evidenz unterfüttert werden.

Strommasten polarisieren die Bevölkerung schon seit Jahrzehnten. Mögliche Gesundheitsgefahren sollen nun mit Evidenz unterfüttert werden.

© dpa

BERLIN. Strommasten werden in der öffentlichen Diskussion immer wieder mit potenziellen Gesundheitsgefahren in Verbindung gebracht. "Bislang ist ein Zusammenhang von Stromleitungen und gesundheitlichen Belastungen nicht nachgewiesen worden. Auf dieser Erkenntnis ruhen wir uns aber nicht aus, denn es gibt, wie bei anderen Themen auch, einzelne wissenschaftliche Hinweise zu gesundheitlichen Wirkungen", erläuterte Inge Paulini, die seit April 2017 das Bundesamt für Strahlenschutz leitet, am Dienstag in Berlin.

Die Bundesregierung lasse über die kommenden sechs Jahre die Auswirkungen von Stromleitungen auf die Gesundheit der Bürger erforschen, berichtete Paulini. Anlass gibt der massive Ausbau der Stromnetze unter anderem mit neuen "Strom-Autobahnen" von Nord- nach Süddeutschland, der für die Energiewende erforderlich ist.

Bisher keine negativen Folgen nachgewiesen

"Wir sind überzeugt, dass wir alle gut gesichert sind durch die gesetzlichen Regelwerke", so Paulini. Bisher seien keine negativen Folgen nachgewiesen. Es gebe aber wissenschaftliche Fragen und Verdachtsmomente, die zu Sorgen in der Bevölkerung führten.

Das rund 18 Millionen Euro schwere Forschungsvorhaben ist auf sechs Jahre angelegt und soll mehr als 30 Projekte umfassen. Bisher steht nur das Bundesumweltministerium als Finanzierer fest. Untersucht werden soll zum Beispiel, ob es einen Zusammenhang zwischen niederfrequenten Magnetfeldern und Krankheiten wie Demenz, Parkinson oder ALS gibt und ob sie bei Kindern das Risiko für Leukämie erhöhen können.

Die Frage, ab wann elektrische und magnetische Felder wahrgenommen werden können, sowie das Risikobewusstsein der Bevölkerung sollen ebenfalls Themen sein.

Das Forschungsprogramm behindere den Ausbau des Stromnetzes "in keiner Weise", betonte Paulini. "Falls da etwas Bedenkliches herauskommt, werden wir das natürlich in die Prozesse einspeisen." (mit dpa-Material)

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