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Cyberkriminalität

Hackerangriff auf die Bezirkskliniken Mittelfranken

Nach der Attacke auf die IT-Infrastruktur haben Angreifer wohl versucht, Kontakt mit dem bayerischen Klinikverbund aufzunehmen. Der hat sich von der Notfallversorgung abgemeldet.

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Ein Stacheldrahtzaun bietet offensichtlich keinen Schutz vor Cyberkriminellen: Das Bezirsklinikum Ansbach ist nach Angaben der Bezirskliniken Mittelfranken auch Opfer der Hackerattacke auf den Klinikverbund geworden.

Ein Stacheldrahtzaun bietet offensichtlich keinen Schutz vor Cyberkriminellen: Das Bezirsklinikum Ansbach ist nach Angaben der Bezirskliniken Mittelfranken auch Opfer der Hackerattacke auf den Klinikverbund geworden.

© Timm Schamberger / dpa / picture alliance

Ansbach. Die Bezirkskliniken Mittelfranken haben einen Hackerangriff gemeldet.

„Unbekannte haben sich Zugang zu den Systemen der IT-Infrastruktur der Bezirkskliniken Mittelfranken verschafft und gezielt Daten verschlüsselt. Wie schnell die Systeme nach der Cyberattacke wiederhergestellt werden können, ist derzeit noch nicht absehbar“, heißt es derzeit auf der Website.

Aus Sicherheitsgründen seien alle Systeme vom Netz getrennt. Die Standorte Bezirksklinikum Ansbach und Frankenalb-Klinik Engelthal seien aktuell nur telefonisch erreichbar, das Klinikum am Europakanal gar nicht. Spezialisiert haben sich die Bezirkskliniken Mittelfranken auf Patienten mit psychischen Erkrankungen.

Wer hinter dem Angriff auf den Klinikverbund steht, ist bis dato nicht bekannt. Das Portal www.nordbayern.de schreibt aber, dass die Angreifer wohl versucht hätten, Kontakt mit dem Klinikverbund aufzunehmen.

Das Klinikum sei darauf nicht eingegangen, man unterstütze keine kriminellen Strukturen, erklärte die Sprecherin der Bezirkskliniken, Karin Schulz, dem Portal demnach auf Nachfrage.

Krisenstab ist eingesetzt

Am Sonntag hatten die Bezirkskliniken Mittelfranken in einer Pressemeldung über den Hackerangriff informiert, ereignet hatte sich die Attacke demnach wohl am Samstagvormittag. Ein Krisenstab wurde eingesetzt, die Polizei und die Staatsanwaltschaft wurden eingeschaltet.

Auch die zuständigen Ministerien, das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht und der Bayerische Landesbeauftragte für Datenaufsicht, seien umgehend durch die Klinikeinsatzleitung informiert worden.

Daten wurden abgezogen

Fest steht: Daten wurden von den Hackern abgezogen, darunter auch personenbezogene und unternehmensinterne. Über das Ausmaß des Schadens könne man noch keine abschließenden Angaben machen, heißt es in der Pressemitteilung des Klinikverbunds. Auch betroffene Patienten wurden wohl inzwischen über die möglichen Datenschutzverletzungen in Kenntnis gesetzt.

Aus Sicherheitsgründen hätten sich die Kliniken aus der Notfallversorgung abgemeldet, informierte die Pressestelle umgehend. Akutfälle würden nun entsprechend in benachbarte Bezirkskliniken gebracht.

Die Patientenversorgung innerhalb des Klinikverbunds scheint gesichert zu sein, Patientenakten müssten aber anscheinend derzeit handschriftlich geführt werden. (mic)

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