Weiterbildung

Hausarzt-Kodex soll Qualität sichern

Der Deutscher Hausärzteverband hat einen Kodex für die Weiterbildung in Arztpraxen verabschiedet. Der soll nicht nur die angehenden Hausärzte stärken - der Verband will damit auch anderen Regulierungen zuvorkommen.

Von Ilse Schlingensiepen Veröffentlicht: 13.05.2014, 06:33 Uhr
Hausarzt-Kodex soll Qualität sichern

Praktisches Wissen der Praxisleitung für die Weiterbildungsassistenten: Der Kodex der Hausärzte für Weiterbilder sieht bei den obligatorischen Kriterien auch freiwillige Leistungen vor, wie zum Beispiel die Einführung des Nachwuchses in relevante Themen für das Führen einer Praxis.

© Robert Kneschke/fotolia.com

DORTMUND. Der ambulante Teil der Weiterbildung in der Allgemeinmedizin soll künftig möglichst unter bundesweit einheitlichen Regeln verlaufen.

Der Deutsche Hausärzteverband hat auf seiner Frühjahrstagung in Dortmund einen "Kodex für die freiwillige Selbstverpflichtung zur Einhaltung von Qualitätsstandards für weiterbildende Praxen im ambulanten hausärztlichen Bereich" verabschiedet.

"Wir wollen die Organisation in den Praxen verbessern und die Unsicherheiten beseitigen, die durch unterschiedliche Rahmenbedingungen herrschen", erläuterte der Vorsitzende der Bayerischen Hausärzteverbands Dr. Dieter Geis. Der Kodex ist Teil der Initiative "Hausärztliche Nachwuchssicherung" des Verbands.

Der Kodex sieht für die teilnehmenden Praxisinhaber unter anderem vor, dass sie den Assistenten ein Gehalt zahlen, das dem jeweils gültigen Tarif an kommunalen Krankenhäusern entspricht.

Die Arbeitszeit wird auf 40 Stunden pro Woche festgelegt, neben 30 Tagen Urlaub sollen den angehenden Allgemeinmedizinern fünf Fortbildungstage im Jahr zur Verfügung stehen.

Neben diesen und anderen obligatorischen Kriterien listet das Papier auch freiwillige Leistungen des Weiterbilders auf, wie die Teilnahme an Seminaren zur Didaktik oder die Einführung des Nachwuchses in relevante Themen für das Führen einer Praxis. Er enthält zudem einen Mustervertrag für die Beschäftigung eines Arztes in Weiterbildung.

Verband will Marburger Bund zuvorkommen

Einige der Delegierten des Hausärzteverbands sahen vor allem das zu zahlende Gehalt skeptisch, weil es über das hinausgeht, was die Praxen an Förderungen für die Beschäftigung eines Weiterbildungsassistenten erhalten.

Das dürfe aber kein Grund für eine Ablehnung sein, betonte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt. "Wenn wir mit einem guten Programm in Vorleistung gehen, haben wir eine gute Grundlage für Verhandlungen über eine Finanzierung."

Die Hausärzte sollten sich in die Situation der Weiterzubildenden versetzen, forderte Geis. Die Kollegen bräuchten finanzielle Sicherheit. Er führte noch einen weiteren Grund für den Kodex an: "Wir haben die Aktion gemacht, damit uns nicht von außen jemand vorschreibt, wie wir unsere Assistenten bezahlen und behandeln müssen", sagte er.

Hauptgeschäftsführer Eberhard Mehl wurde expliziter. "Wenn wir ihn nicht verabschieden, ist das eine Steilvorlage für den Marburger Bund. Er wird sagen, dass wir nicht in der Lage sind, es selbst zu regeln." Eine überwältigende Mehrheit für das Papier sei als Signal wichtig.

"Der Marburger Bund greift nicht nur über die angestellten Ärzte an, sondern auch über die Weiterbildung", warnte er. In einem nächsten Schritt müsse die Idee des Kodex‘ für die angestellten Ärzte im hausärztlichen Bereich weiterentwickelt werden, sagte Mehl.

Die Appelle fanden Gehör. Die Delegiertenversammlung nahm den Antrag des Vorstands ohne Gegenstimmen bei drei Enthaltungen an.

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