Fitnessmarkt ist erst der Anfang

Immer mehr Kleidung sammelt Vitaldaten

Immer mehr Unternehmen packen Sensoren, die Vitaldaten messen, direkt in die Kleidung. Auf dem Fitnessmarkt sind diese Wearables verbreitet - aber auch für den medizinischen Bereich gibt es bereits fertige Produkte.

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Keine Zukunftsmusik: Sensoren im Laufschuh schicken Daten an die Smartwatch oder -phone.

Keine Zukunftsmusik: Sensoren im Laufschuh schicken Daten an die Smartwatch oder -phone.

© TSUNG-LIN WU / fotolia.com

FRANKFURT/MAIN. Ein T-Shirt misst den Puls, ein Schuh sendet Daten über gemachte Sprints, dies ist keine Zukunftsvision, sondern bereits der Anfang der "intelligenten Kleidung".

"Auch wenn dieser Bereich noch in den Kinderschuhen steckt, so bietet er doch ein enormes Entwicklungspotenzial", sagt Timm Lutter, Bereichsleiter Consumer Electronics & Digital Media, beim Branchenverband Bitkom.

Bis 2017 erwarten die Analysten von IHS, einem global operierenden Marktforschungs- und Analystenunternehmen, einen weltweiten Umsatz von 155 Millionen Euro, so Lutter.

Der größte Markt ist der Bereich Sportkleidung. Und hier passiert auch einiges. Bereits im Jahr 2014 hat das Unternehmen Ralph Lauren ein T-Shirt bei den US-Open vorgestellt, das die Balljungen getragen haben, das unter anderem Herz- und Pulsfrequenz sowie den Kalorienverbrauch misst.

Der deutsche Sporthersteller adidas hat mit "miCoach Elite Team System" ein Trainingssystem entwickelt, das die deutsche Nationalmannschaft zur WM 2014 genutzt hat, mit dem die Leistungen der Nationalspieler gemessen werden konnten.

Das System liefert laut adidas über einen Sensor Daten wie Geschwindigkeit, zurückgelegte Distanz, Herzfrequenz oder Beschleunigung auf einen Tablet-PC. "Das System wird ausschließlich von Profimannschaften genutzt", erklärt Wendelin Hübner, Senior Manager Public Relations bei adidas.

Mirko-Sensoren kommen zum Einsatz

Die erste intelligente Kleidung ist also im Einsatz. Viele Unternehmen wie auch Start-Ups arbeiten an der Weiterentwicklung.

So entwickeln Forscher des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme IPMS in Dresden in dem EU-Projekt "Runsafer" einen speziellen Laufschuh, der unter anderem den Druck beim Abrollen während des Joggens aufzeichnen soll.

Mit Mikroelektronik, die in die Schuhsohle integriert ist, werden die biomechanischen Daten des Läufers gemessen und so seine Lauftechnik bewertet, heißt es auf der Website des Projektes.

Athos, ein US-Unternehmen, hat Kleidung entwickelt, die mit Mikro-Sensoren misst, welche Muskeln beim Training arbeiten. Diese Daten werden an das Smartphone gesendet.

Zudem werde auch die Herz- und Atemfrequenz gemessen, erklärt das Unternehmen. Die Kleidung soll helfen, richtig zu trainieren. Kosten für Shirt, Hose und das Geräteteil liegen für Männer nach Herstellerangaben bei 547 US-Dollar .

Aber auch im erweiterten Medizinbereich gibt es bereits erste Einsatzmöglichkeiten für intelligente Kleidung: Babystrampler können die Atem- und Herzfrequenz messen und einen Alarm abgeben, wenn Unregelmäßigkeiten auftreten und sollen so vor dem plötzlichen Kindstod schützen.

Und für die Feuerwehr gibt es bereits Sensoren für die Anzüge, die Daten ermitteln und den Feuerwehrmann abziehen können, noch bevor Erschöpfung eintritt, berichtet Lutter.

Laut einer aktuellen Umfrage von Bitkom hat ein Viertel aller Hobbysportler Interesse an solcher smarter Sportbekleidung. "Denn schon viele Sportler nutzen bereits heute Armbänder und Apps, um ihre Fitness aufzuzeichnen. Smarte Kleidung ist die logische Weiterentwicklung solcher Produkte", sagt Lutter. (mn)

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