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Telemonitoring

Internisten geben die Hoffnung nicht auf

Kardiologen und Pneumologen sind vom Telemonitoring chronisch kranker Patienten überzeugt. Von jüngsten Fehlschlägen lässt man sich nicht entmutigen.

Philipp Grätzel von GrätzVon Philipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:
Blick in die Kamera: Internisten wollen die Zielgruppen für die Telemedizin schärfen.

Blick in die Kamera: Internisten wollen die Zielgruppen für die Telemedizin schärfen.

© stefanolunardi / fotolia.com

WIESBADEN. Die Telemedizin hat es nicht leicht im Moment. Auf der einen Seite wird von der Politik zunehmend vehement eine Abrechenbarkeit telemedizinisch erbrachter Leistungen gefordert.

Auf der anderen Seite hat sich die Evidenzsituation bei zwei der Kernindikationen für das Telemonitoring, der Herzinsuffizienz und der COPD, in den letzten Jahren eingetrübt.

Professor Hugo Katus vom Universitätsklinikum Heidelberg und Professor Michael Pfeifer von der Universität Regensburg äußerten sich beim Internistenkongress in Wiesbaden dennoch überzeugt, dass sowohl die Herzinsuffizienz als auch die COPD sehr gute Indikationen für die telemedizinische Fernüberwachung seien.

"In der Kardiologie müssen wir allerdings die Patientengruppen, die vom Telemonitoring profitieren, genauer definieren", sagte Katus.

Während relativ breit angelegte Studien der letzten zwei Jahre keine signifikante Verringerung von Klinikeinweisungen ergaben, führte in der Studie CHAMPION die telemedizinische Überwachung des pulmonal-arteriellen Drucks zu einer hoch signifikanten Verringerung kardiovaskulärer Endpunkte.

Gewagte Kassen-Projekte

"Das macht schon Mut: Wenn wir die richtigen Patienten und Parameter überwachen, können wir bei unseren kritisch kranken Patienten viel erreichen", so Katus.

Für die Indikationen COPD und Asthma berichtete Pfeifer über mehrere aktuelle Studien, in denen die telemedizinische Überwachung der Lungenfunktion zwar eine hohe Patientenakzeptanz genoss, nicht aber Exazerbationen und damit Klinikeinweisungen reduzierte.

Trotz dieser Rückschläge sieht Pfeifer weiterhin ein hohes Potenzial für das Telemonitoring bei COPD: "Die bisherige Datenlage berechtigt aber noch nicht zu einer breiten Anwendung."

Kritisch äußerte sich der Pneumologe vor diesem Hintergrund zu Krankenkassenprojekten, bei denen die COPD-Telemedizin als Versorgung verkauft werde, die über den bisherigen Standard hinausgehe. "Das finde ich schon sehr gewagt. Was wir im Moment brauchen, sind keine neuen Modellprojekte, sondern klar definierte Studien."

Unabhängig von der COPD wies Pfeifer auf drei weitere pneumologische Telemonitoring-Indikationen hin, die er für relevant hält. Schon etabliert ist die Überwachung der Lungenfunktion nach Lungentransplantation. Interessant sei darüber hinaus die Überwachung von ambulanten Beatmungspatienten und von Patienten mit pulmonaler Hypertonie.

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