Direkt zum Inhaltsbereich

Labormediziner wollen Prävention besser positionieren

Die Labormedizin fristet nach Meinung von Unternehmen und Ärzten in der Prävention ein Schattendasein - zu Unrecht.

Veröffentlicht:

KONSTANZ (res). Die Labormedizin bietet dem Gesundheitswesen große Einsparpotenziale. Das Labor könne Kliniken und niedergelassene Ärzte bei der Prävention mit geringem Mitteleinsatz wirksam unterstützen, dennoch werde die Vorsorge von der Politik nicht ausreichend gefördert. Darin waren sich die Teilnehmer eines Fachkongresses für Labormediziner in Konstanz einig.

Zum zweiten Mal hatte das Labormedizin-Unternehmen Ortho Clinical Diagnostics (OCD) Fachärzte zu einem Symposium nach Konstanz eingeladen. "Prävention hat im Vergleich zur kurativen Medizin in Deutschland einen verschwindenden Wert", kritisierte Claus Hommer, Vorstandsmitglied der OCD-Mutter Johnson & Johnson Holding. "Wir brauchen eine sinnvolle Balance."

Die beiden letzten Bundesregierungen sind mit ihren Präventionsgesetzen gescheitert. Es sei daher sinnvoller, "in kleinen, pragmatischen Schritten" voranzukommen.

Die Labormediziner forderten deshalb, das öffentliche Bewusstsein für den Wert individueller Prävention zu schärfen. Verhaltensänderung bringe viel, hieß es.

Daneben sollte mehr sekundäre Prävention als bisher durch Labortests zur Leistung der gesetzlichen Krankenkassen werden. "Eine gewaltige Forderung", räumte Hommer ein. Wenn Kassen und Ärzte jedoch Früherkennungsprogramme mehr als bisher wissenschaftlich kontrollieren, gebe es die notwendigen Zahlen für die politische Debatte.

Nach Ansicht von Professor Rodney Forsman von der Mayo Clinic in Rochester im US-Bundesstaat Minnesota sollten Versicherungen nicht Behandlungen bezahlen, sondern "Values" - Werte, wie das gesundheitliche Wohlergehen.

Der angehende Präsident der Labormediziner-Vereinigung CLMA erwartet, dass seine Fachkollegen mit ihrer Analytik einen wichtigen Beitrag zur individualisierten Medizin der Zukunft leisten werden. In der Patienten-Datenbank der Mayo Clinic belegen die Labordaten 95 Prozent des gesamten Datenvolumens. Das zeige deutlich ihren Anteil an der Diagnostik.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Gastbeitrag

GKV-Beitragssatzstabilisierung mittels Privatisierung der Prävention?

Praktische Tipps

Aufgebrachte Patienten? Wie Praxisteams sicher deeskalieren

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Esteban Roman Garcia hat einen modernen OP eingerichtet, mit allen erforderlichen Geräten, um effizientes Arbeiten zu ermöglichen.

© privat

Praxismanagement

Arzt und Unternehmer: Chirurg in Ostwestfalen auf Expansionskurs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: dem Finanzdienstleister MLP SE, Wiesloch
Logo vom ÄrzteTag extra der Ärzte Zeitung mit dem Porträt des Podcast-Gesprächspartners Reinhard Pfingsten von der apoBank

© apoBank

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie können Ärztinnen und Ärzte das neue Altersvorsorgedepot für den Ruhestand nutzen, Herr Pfingsten?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deutscher Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Wissenschaft in Medizin übertragen

© Regeneron

Forschung und Entwicklung

Wissenschaft in Medizin übertragen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Änderungsantrag beschlossen

Bundestag verschärft Terminmeldepflicht für Praxen

Lesetipps
Lipoprotein(a)-Partikel

© Juan Gärtner / stock.adobe.com

Cholesterin

Intensive LDL-Senkung bei hohem Lp(a): Warum das schwierig werden kann