Personalführung

Lob vom Chef wirkt sich positiv auf Mitarbeiter-Gesundheit aus

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels und der dauerhaften Belastung während der Corona-Pandemie sollten Ärzte ihre Mitarbeiter öfter auch einmal loben – das kann zu deren Wohlbefinden beitragen.

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Gute Laune im Team: Ein positives Feedback von Vorgesetzten stärkt Mitarbeitende.

Gute Laune im Team: Ein positives Feedback von Vorgesetzten stärkt Mitarbeitende.

© BalanceFormCreative / stock.adobe.com

Dortmund. Fachkräftemangel macht Arztpraxen zu schaffen. Vor allem an qualifizierten Medizinischen Fachangestellten mangelt es auf dem Arbeitsmarkt. So das Ergebnis einer am Dienstag veröffentlichten Sonderbefragung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi).

Ein aktuelles Papier der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) gibt nun Anhaltspunkte, wie Ärzte zum Wohlbefinden ihres Personals beitragen und es damit vielleicht auch langfristig binden können.

Grundlage des Papiers ist dieBAuA-Erwerbstätigenbefragung 2018, die nun auf den Aspekt „gute und gesundheitsförderliche Führung“ hin ausgewertet wurde. Für die repräsentative Studie wurden insgesamt rund 20.000 Erwerbstätige befragt.

Positives Feedback stärkt

Demnach wird nur ein Drittel der Angestellten häufig von ihrem Vorgesetzten oder ihrer Vorgesetzten gelobt. Von den Mitarbeitern, die durch ihre Vorgesetzten Unterstützung erhalten, gaben mehr als die Hälfte (59 Prozent) an, durch häufigen Termin- oder Leistungsdruck belastet zu sein.

In der Gruppe, die laut Befragung nie unterstützt wird, sind es sogar fast zwei Drittel (73 Prozent). Dabei habe ein Lob vom Chef großen Einfluss auf den Gesundheitszustand der Beschäftigten, so der Tenor der Studie.

Denn Angestellte, die häufig Anerkennung oder Unterstützung durch ihre Führungskraft erfahren, berichteten seltener über psychosomatische Beschwerden wie zum Beispiel Erschöpfung, Müdigkeit, Reizbarkeit oder Schlafstörungen. Bei den Beschäftigten ohne positives Feedback durch die Vorgesetzten sind lediglich 17 Prozent ohne psychosomatische Beschwerden.

Plädoyer für wertschätzendes Miteinander

Eine klare Kommunikation, unterstützende Verhaltensweisen und Respekt können positive Effekte auf die Gesundheit der Beschäftigten haben und die wahrgenommene Belastung durch Arbeitsintensität senken, heißt es. Da jedoch nur ein Teil der Beschäftigten regelmäßig durch Führungskräfte unterstützt und gelobt werde, bestehe hier noch Entwicklungspotenzial.

Förderlich wäre, so die Autoren, eine Unternehmenspolitik, die ein wertschätzendes Miteinander betont und die Beschäftigten ermutigt, Probleme oder Fehler offen zu kommunizieren sowie Feedback zu geben und zu suchen.

Die Führungskräfte sollten hinsichtlich der Bedeutung von unterstützendem und wertschätzendem Verhalten sensibilisiert und geschult werden. Beschäftigte sollten jedoch auch aktiv Unterstützung von Vorgesetzten einfordern, wenn sie keine Lösung für ein Problem finden. (kaha)

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