10-Punkte-Plan

MFA bekräftigen ihre politischen Forderungen

Mit einem 10-Punkte-Plan hat sich der Verband medizinischer Fachberufe an die Politik gewandt und fordert nun, dass dieser zügig Einzug findet in die aktuelle Arbeit der Behörden.

Von Margarethe UrbanekMargarethe Urbanek Veröffentlicht:
Die Rolle von MFA und ZFA in der Pandemie: Laut VmF wird sie noch nicht ausreichend gewürdigt.

Die Rolle von MFA und ZFA in der Pandemie: Laut VmF wird sie noch nicht ausreichend gewürdigt.

© contrastwerkstatt / stock.adob

Bochum. Genug der guten Worte und des Applauses: Der Verband medizinischer Fachberufe hat am Montag (VmF) erneut seinen Wunsch nach mehr Anerkennung für (Zahn-)Medizinische Fachangestellte bekräftigt, deren Rolle während der Pandemie aus Sicht des Verbands nicht ausreichend gewürdigt wird.

Es sei nun an der Zeit, so der Verband in einer Mitteilung am Montag, dass seine Forderungen aus einem 10-Punkte-Plan, den der VmF nach eigenen Angaben im November an Gesundheitspolitiker auf Landes- und Bundesebene verschickt hat, „zügig in die aktuelle Arbeit der Behörden und in die Gesetzgebung einfließen“.

Unter anderem fordert der Verband in seinem 10-Punkte-Plan

  • die Rolle von MFA und ZFA in der Patientensteuerung zu stärken. Dazu sei es notwendig, Leitlinien zu entwickeln sowie zusätzliche Ressourcen für die telefonische Beratung zu schaffen. Auch müssten MFA und ZFA qualifiziert werden für die Nutzung digitaler Anwendungen. Gleichzeitig müsse die Bürokratie reduziert werden.
  • Die Sicherstellung ausreichender Schutzausrüstung für alle Tätigkeiten am Patienten, bei denen MFA und ZFA nicht den Mindestabstand von 1,50 Meter zum Patienten einhalten könne, ist laut VmF unabdingbar für die Sicherheit des Personals.
  • Das Präventionsbewusstsein bei medizinischem Personal muss laut VmF verbessert und beispielsweise die Durchimpfungsrate bei Grippe, Pertussis und Pneumokokken zu erhöht werden.
  • Die Ausbildung im dualen System sollte aus Sicht des Verbands auch während der Pandemie gewährleistet werden. Die Auszubildenden seien besonders zu schützen.

Außerdem fordert der Verband in seinem 10-Punkte-Plan, dass die im Dezember ausgehandelten Tarifsteigerungen bei den aktuellen Honorarverhandlungen der ärztlichen und zahnärztlichen Leistungen „prozentual voll berücksichtigt werden und nicht erst mit Verzögerung von bis zu zwei Jahren“. Die Gegenfinanzierung sei analog dem stationären Bereich zu gestalten.

Vergangene Woche hatte sich auch Ärztegenossenschaft Nord dahingehend positioniert, das Tarifergebnis bei den Honorarverhandlungen zu berücksichtigen. Andererseits sei es Praxen nur schwer möglich, die gestiegenen Gehälter zu tragen.

Vereinzelt Rückmeldung aus den Ländern

Aus Rückmeldungen aus den Ländern, die der VmF auf seiner Webseite veröffentlicht hat, ist grundsätzliches Verständnis vereinzelter Politiker für die Forderungen herauszulesen, wenngleich damit zunächst nur das Versprechen verbunden ist, die Forderungen aus dem 10-Punkte-Plan künftig bei der künftigen Arbeit zu berücksichtigen.

So betont der hessische Minister für Soziales und Integration, Kai Klose, die Anmerkungen in „unsere Überlegungen mit den zuständigen Stellen und den übrigen Ressorts innerhalb der hessischen Landesregierung einfließen“ zu lassen.

Jochen Haßmann MdL, Gesundheitspolitischer Sprecher der FDP/DVF Fraktion im Landtag Baden-Württemberg will den 10-Punkte-Plan demnach „als Richtschnur der gesundheitspolitischen Arbeit unserer Fraktion“ nehmen.

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