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Geschäftsjahr 2021

Markterfolg des COVID-Impfstoffs: Moderna ist mit einem Schlag saniert

Spikevax® hat die Kassen des Biotechunternehmens Moderna gefüllt. Im Gefolge der mRNA-Vakzine wird an über 40 weiteren Produktkandidaten gearbeitet.

Von Christoph Winnat Veröffentlicht: | aktualisiert:
Gut vorbereitet: Mit der Entwicklung des Corona-Impfstoffs Spikevax® hat auch Moderna unter Beweis gestellt, die mRNA-Technik bis zur Marktreife zu beherrschen.

Gut vorbereitet: Mit der Entwicklung des Corona-Impfstoffs Spikevax® hat auch Moderna unter Beweis gestellt, die mRNA-Technik bis zur Marktreife zu beherrschen.

© picture alliance/dpa | Frank Rumpenhorst

Cambridge, MA. Dass der Markterfolg seines COVID-Impfstoffs Moderna binnen eines Jahres aus der Verlustzone katapultieren und der US-Gesellschaft hohe Gewinne bescheren würde, war zu erwarten: 12,2 Milliarden Dollar fuhr das 2010 gegründete Start-up im Geschäftsjahr 2021 netto ein – nach 747 Millionen Dollar Verlust im Vorjahr. Der Umsatz vervielfachte sich auf 18,5 Milliarden Dollar (Vorjahr: 803 Mio.).

Mit umgerechnet 54 Milliarden Euro wird Moderna (Stand 28.2.) an der Börse bewertet. Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 5 erscheint die Aktie spottbillig. Zumal für 2022 mit noch höheren Einkünften gerechnet wird. Offenkundig preisen Anleger aber heute auch schon das Ende der COVID-Impfkampagne ein.

2022 erwartet Moderna, wenigstens 19 Milliarden Dollar aus Spikevax®-Verkäufen einnehmen zu können. Über diese Summe seien Kaufverträge bereits unterzeichnet, heißt es. Weitere vertraglich vorgesehene Lieferoptionen addierten sich auf rund drei Milliarden Dollar.

Ein Viertel an ärmere Länder

Darüber hinaus würden außerdem Gespräche mit Bestandskunden über zusätzliche Bestellungen geführt. Sogar für 2023 gebe es bereits erste Vorbestellungen – so aus Großbritannien, Kanada, Taiwan und Kuwait.

2021 wurden laut Unternehmen 807 Millionen Dosen des mRNA-Impfstoffs ausgeliefert, davon rund ein Viertel an Entwicklungs- oder Schwellenländer („low- and middle-income countries“). Das sei mehr, versichert Moderna, als man in irgendeine andere Region mit Ausnahme des Heimatmarktes USA geliefert habe. Für dieses Jahr habe die internationale Impfstoffallianz Gavi eine Option zum Kauf weiterer 293 Millionen Dosen Spikevax® ausgeübt. 2021 habe Gavi zunächst 34 Millionen Dosen bezogen. Insgesamt könne die unter anderem von WHO und Weltbank getragene Initiative bis Ende dieses Jahres 650 Millionen Impfstoff-Dosen von Moderna anfordern.

Aus dem zu Ende Dezember ausgewiesenen Finanzpolster von 17,6 Milliarden Dollar sollen vor allem F&E-Projekte, der Ausbau des Produktionsnetzwerks sowie die Gründung weiterer Landesgesellschaften bestritten werden.

Keine Dividende aber Aktien-Rückkauf

Aktuell habe das Unternehmen 44 Entwicklungsprojekte für 41 Produktkandidaten aufgesetzt – vor allem mRNA-Impfstoffe aber auch mRNA-basierte Therapeutika, etwa zur Krebs-Immuntherapie; 25 Kandidaten befänden sich bereits in klinischen Prüfungen. Jüngster Zulassungserfolg: Die positive Empfehlung der EMA am Donnerstag zum Spikevax®-Einsatz bei Kindern der Altersgruppe 6 bis 11 (zwei Dosen á 50 Mikrogramm).

An eine Dividendenausschüttung zugunsten der Aktionäre ist derzeit nicht gedacht. Allerdings hat der Aufsichtsrat ein weiteres Aktienrückkaufprogramm über 3,0 Milliarden Dollar genehmigt, womit Geld an die Aktionäre ausgekehrt und der Kurs gestützt werden kann. Ein im August vorigen Jahres bereits gestarteter Aktienrückkauf über eine Milliarde Dollar wurde den Angaben zufolge Ende Januar abgeschlossen. (cw)

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