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Krebsforschung

Nationales Centrum für Tumorerkrankungen bekommt vier neue Standorte

Berlin, Köln/Essen, Tübingen/Stuttgart-Ulm sowie Würzburg mit den Partnern Erlangen, Regensburg und Augsburg dürfen unter das Dach des NCT rücken. Sie sollen die Translation in der onkologischen Forschung vorantreiben und die hochspezialisierte Versorgung stärken.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Unter dem Dach des Nationalen Centrums für Tumorerkrankung soll, wie hier am Standort Dresden, vor allem an translationaler, personalisierter sowie patientenzentrierter onkologischer Forschung und Versorgung gearbeitet werden.

Unter dem Dach des Nationalen Centrums für Tumorerkrankung soll, wie hier am Standort Dresden, vor allem an translationaler, personalisierter sowie patientenzentrierter onkologischer Forschung und Versorgung gearbeitet werden.

© Sebastian Kahnert/dpa

Berlin/Heidelberg. Deutschland soll nach dem Willen von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek seine Rolle in der translationalen, personalisierten sowie patientenzentrierten onkologischen Forschung weiter stärken und verstetigen. Dazu hat Karliczek am Mittwoch vier weitere Standorte des in Heidelberg ansässigen Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) bekanntgegeben.

Für den Endausbau der Zentren in Berlin, Köln/Essen, Tübingen/Stuttgart-Ulm sowie Würzburg mit den Partnern Erlangen, Regensburg und Augsburg plant das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) je Zentrum bis zu 13 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung zu stellen. Das jeweilige Sitzland stellt ein Gebäude und beteiligt sich ebenfalls an der jährlichen Finanzierung, so das BMBF.

Wie Karliczek bei der Vorstellung der neuen NCT-Standorte sagte, sei ihr Ministerium „uneingeschränkt der Auswahlempfehlung eines internationalen Gutachtergremiums unter dem Vorsitz des englischen Molekularbiologie-Pioniers Sir Alex Markham gefolgt“, der neben der wissenschaftlichen Exzellenz auch die bereits vorhandene Expertise, Versorgung und Forschung als Auswahlkriterien zugrundelagen. Darüber hinaus habe ein klar erkennbarer Mehrwert für Patienten und der Beitrag zu einer innovativen personalisierten Onkologie in den Anträgen herausgestellt werden müssen, wie die Ministerin ergänzte. Insgesamt hätten sich acht Standorte bundesweit beworben, die, so Karliczek, allesamt international in der onkologischen Forschung herausragten.

Auf die Novizen wartet noch eine Hürde

Sie ergänzte, dass die vier neuen Standorte nun erst ein Jahr der Startphase vor sich hätten, in dem sie ihre Strategie und Governance definieren müssten, die dann wiederum von dem Gutachtergremium goutiert werden müsse, bevor es die institutionelle Förderung durch das BMBF gebe.

Der Ausbau des NCT-Netzwerkes ist erklärte Absicht im Rahmen der im Januar 2019 von Karliczek gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium, dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und der Deutschen Krebshilfe ausgerufenen „Nationalen Dekade gegen Krebs“.

Diese zielt darauf ab, Krebspatienten in den nächsten zehn Jahren neue wissenschaftliche Erkenntnisse beschleunigt zugänglich zu machen sowie Prävention und Früherkennung systematisch zu erforschen und auszubauen.

Neben der Translation soll das NCT, wie Karliczek explizit hervorhob, auch die Ausbildung des wissenschaftlichen onkologischen Nachwuchses voranbringen.

Deutlich mehr Patienten sollen von NCT-Expertise profitieren

Professor Michael Baumann, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), das als Träger des NCT fungiert, bezeichnete den Ausbau des NCT-Netzwerks am Mittwoch als „wichtigen Meilenstein in der Nationalen Dekade gegen Krebs. Diese Erweiterung wird es nachhaltig ermöglichen, deutlich mehr vielversprechende Ergebnisse aus der Krebsforschung schnell und sicher in die klinische Anwendung zu bringen.“

Bereits heute vereinten die beiden NCT-Standorte Heidelberg und Dresden hochkarätige translationale Krebsforschung mit Patientenversorgung auf höchstem Niveau. Mit den neuen NCT-Standorten könnten künftig deutlich mehr Patientinnen und Patienten in Deutschland davon profitieren, so Baumann.

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