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ÄGGP

Neues Portal soll IGeL hoffähig machen

Mit einem unabhängigen Online-Portal will eine Ärztegesellschaft das IGeL-Image aufpolieren.

Veröffentlicht:

BERLIN. Die in Berlin ansässige Ärztliche Gesellschaft für Gesundheit und Prävention (ÄGGP) geht in Sachen Individueller Gesundheitsleistungen (IGeL) in die Offensive.

Sie hat mit free-med ein neues Online-Informationsportal ins Leben gerufen, dessen Ziel es nach eigenen Angaben ist, Patienten und Ärzten kostenlose, transparente und aktuelle Informationen zum Thema Selbstzahlermedizin sowie deren Anbieter zur Verfügung zu stellen.

Neu sei, dass diese Informationen - im Gegensatz zu dem umstrittenen IGeL-Monitor der Krankenkassen - von Ärzten stammen, die diese Leistungen tatsächlich anbieten.

Außerdem würden die Selbstzahlerangebote "Freie Gesundheitsleistungen" (FGL) heißen und erst nach einer Zertifizierung online gestellt. Konkret müssen Ärzte, die mit ihren FGL bei dem Portal gelistet sein wollen, einen neun Punkte umfassenden Ärzte-Kodex unterzeichnen.

Dieser verpflichtet die Ärzte unter anderem dazu, nur FGL anzubieten, die tatsächliche und nachweisbare erweiterte präventive, diagnostische und therapeutische Optionen bieten und dabei fachärztlichen Qualitätsstandard erfüllen.

Des Weiteren müssen die Ärzte FGL-Patienten ausführlich über das Angebot informieren und stets umfassend aufklären - eigentlich eine Selbstverständlichkeit, wie sie auch von der Bundesärztekammer gefordert wird.

Damit FGL keine Frage des großen Geldes mehr sein müssen, verpflichten sich die Ärzte mit dem Kodex auch dazu, bis zu zehn Prozent ihrer FGL sozial schwachen Patienten zum geringstmöglichen Preis - das heißt die GOÄ-basierte Rechnungsstellung mit dem 1,0-fachen Satz - zur Verfügung zu stellen.

Die ÄGGP will nach eigener Aussage mithilfe des Portals dem teils anrüchigen Bild der Selbstzahlermedizin in der Öffentlichkeit entschieden entgegentreten. Denn sie sehe gerade im FGL-Bereich ein hohes innovatives und zukunftsträchtiges Potenzial. (maw)

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