Der Standpunkt

Nicht mehr als ein erster Schritt

Der Startschuss für die neue Gesundheitskarte ist gefallen. Die niedergelassenen Ärzte haben überraschend gut mitgespielt und überwiegend neue Kartenleser gekauft. Doch damit ist nur die erste Hürde übersprungen, die eigentlichen Probleme kommen noch, meint Hauke Gerlof.

Veröffentlicht:

Der Autor ist stellv. Chefredakteur und Ressortleiter Wirtschaft der "Ärzte Zeitung". Schreiben Sie ihm: hauke.gerlof@ springer.com

Große IT-Projekte haben oft die unangenehme Eigenschaft, dass sie sich in die Länge ziehen. So ist es auch bei der elektronischen Gesundheitskarte (eGK), die eine datensichere elektronische Vernetzung aller Akteure im Gesundheitswesen bringen soll.

Mit fünfjähriger Verspätung startet die Ausgabe der Karte an die Versicherten - und alle Beteiligten wissen, dass nur ein Torso ausgeliefert wird. Die neue Karte wird zunächst nur eine Ausweisfunktion für die Versicherten haben, so wie die KVK heute auch.

Immerhin ist der erste Schritt getan. Die Ärzte haben trotz aller vorher geäußerten Kritik mitgespielt. Die große Mehrheit nimmt, wie die Zahlen der gematik belegen, die Förderpauschale für die Kartenleser in Anspruch - mit einer Abdeckung von 90 Prozent der Praxen hätte das Ergebnis kaum klarer ausfallen können.

Wenn Patienten mit der eGK in die Praxen kommen, wird es also kaum Probleme beim Einlesen der Daten geben. Der Anteil der Gegner der eGK ist geringer als erwartet, die Ärzte an der Basis haben offenbar tendenziell ein pragmatischeres Verhältnis zur Karte als viele ihrer Vertreter.

Das heißt aber noch lange nicht, dass damit das Projekt der eGK nun automatisch ein Erfolg wird. Die eigentliche Bewährungsprobe folgt erst in den kommenden Jahren.

Wenn die Mehrwertanwendungen wie der Online-Stammdatenabgleich für die Krankenkassen sowie der Notfalldatensatz und die elektronische Arzt-zu-Arzt-Kommunikation, die von den Ärzten entwickelt werden, live geschaltet werden, dann müssen zwei Herausforderungen gemeistert werden: Die Technik muss praxistauglich sein und vor allem müssen die Initiatoren des Projekts Ärzte und Patienten überzeugen, dass ihre Daten in dem System sicher aufgehoben sind.

Es muss klar sein, dass die medizinischen Vorteile die Risiken, die immer mit einer Online-Kommunikation verbunden sind, überwiegen.

Hier ist Kommunikation mit Fingerspitzengefühl gefragt. Wenn das erreicht wird, dann könnte aus der eGK am Ende das werden, was sie schon lange sein sollte: die Voraussetzung für eine reibungslose Kommunikation im Gesundheitswesen. Wenn nicht, wird sie doch noch ein teurer Flop.

Ihr Newsletter zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Dr. Tino Großmann, Senior Vice President Connectivity bei der CompuGroup Medical

© CGM

„ÄrzteTag extra“-Podcast

„Die eAU wird der entscheidende Meilenstein sein“

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: CompuGroup Medical
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Beratung in der Arztpraxis

Sicher mit Kindern verreisen: So geht‘s

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?