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Anklage

Patient erklärt Randale mit "Blackout"

Als vermeintlich hilflose Person wird ein Mann in eine Klinik gebracht. Dort rastet er aus und verletzt einen Patienten schwer. Vor Gericht zeigt er Erinnerungslücken.

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ESSEN. Im Drogenrausch soll ein 50-Jähriger im Oktober in einem Essener Krankenhaus randaliert haben. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft bedrohte er Mitpatienten und Polizisten mit einer abgebrochenen Glasflasche und riss einem Mann sogar einen Arterienkatheter aus dem Arm.

Seit Freitag muss er sich wegen versuchten Totschlags vor dem Essener Schwurgericht verantworten. Zum Prozessauftakt berief er sich auf einen Blackout. "Es ist einfach nicht mehr in meinem Kopf, was damals passiert ist." Er räumte aber ein: "Wenn das so in der Anklage steht, wird das wohl stimmen."

Als vermeintlich hilflose Person war der 50-Jährige damals von Passanten auf der Straße gefunden worden. Bereits im Rettungswagen soll er aber so stark randaliert haben, dass die Sanitäter die Polizei alarmierten.

Als die Beamten feststellten, dass der Niederländer in seiner Heimat zur Fahndung ausgeschrieben war, ordneten sie seine Bewachung in der Klinik an.

Trotzdem gelang es ihm laut Anklage, sich in einem Zimmer mit zwei Patienten zu verschanzen. Nachdem er dem einen Mann den Katheter gezogen hatte, soll dieser fast eineinhalb Liter Blut verloren haben. Laut Staatsanwaltschaft bestand akute Lebensgefahr.

Der Angeklagte war seit einer Verurteilung wegen Bedrohung und versuchter Brandstiftung im Jahr 2004 in den Niederlanden im Maßregelvollzug untergebracht.

Zuletzt hatte er jedoch bereits Freigang erhalten. Einen dieser Aufenthalte in Freiheit soll er zu dem Abstecher nach Essen genutzt haben. "Ich weiß aber nicht mehr, wie ich nach Deutschland gekommen bin".

Vor seinem Auffinden und vor der Randale soll er große Mengen Heroin und Kokain genommen haben. Als ihn die Polizei durchsuchte, hatte der Niederländer außerdem noch über 13 000 Euro Bargeld bei sich. Dazu sagte er: "Das waren meine Ersparnisse." (dpa)

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