Kommentar – Homöopathie

Patienten entscheiden selbst

Von Matthias Wallenfels Veröffentlicht: 02.01.2018, 17:05 Uhr

Im August sorgte der neugegründete Münsteraner Kreis um die Medizinethikerin Professor Bettina Schöne-Seifert mit seinem Plädoyer für die Abschaffung des Heilpraktikerberufes oder alternativ die Einführung sogenannter "Fach-Heilpraktiker" für große mediale Aufregung.

Dies sind nach Ansicht dieser Gruppe die einzigen Optionen, um das "Missverhältnis von Qualifizierung und Befugnissen der Heilpraktiker zu korrigieren, ohne dabei die Selbstbestimmungsrechte der Patienten ungebührlich zu beschränken", hieß es im "Münsteraner Memorandum Heilpraktiker".

Nicht zuletzt die zögerliche Reaktion von Heilpraktikerseite ließ die Vermutung zu, den Paramedizinern könnten schwere Zeiten bevorstehen, weil ihnen nun verunsicherte Patienten weglaufen. Dem scheint nicht so zu sein. Diesen Schluss lässt zumindest eine aktuelle Branchenumfrage zweier Heilpraktikerverbände zu, an der mehr als 1400 Praxischefs teilgenommen haben.

Besonders die etablierten Praxen berichten von mindestens 50 Prozent Stammpatienten und einer hohen Besuchsfrequenz. Das erinnert an die Wirkung medialer Anti-IGeL-Kampagnen, die Patienten immer wieder vor angeblich sinnlosen und teuren Angeboten warnen. Kampagne oder nicht – Patienten fällen ihr eigenes Urteil.

Lesen Sie dazu auch: Umfrage: 25 Patienten die Woche – für Heilpraktiker oft die Regel

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