Gesundheitspersonal

Personal in Kliniken und Praxen arbeitet zunehmend in Teilzeit

Vollzeitbeschäftigung im Gesundheitsbereich nimmt nach Daten des Statistischen Bundesamts weiter ab. In Pflegeheimen stieg 2019 der Teilzeitanteil der Mitarbeiter sogar auf über 55 Prozent.

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Teilzeitarbeit ist im Gesundheitswesen viel weiter verbreitet als in der Wirtschaft insgesamt. Besonders hoch liegt der Teilzeitanteil in der Pflege.

Teilzeitarbeit ist im Gesundheitswesen viel weiter verbreitet als in der Wirtschaft insgesamt. Besonders hoch liegt der Teilzeitanteil in der Pflege.

© hati / stock.adobe.com

Wiesbaden. Der Anteil der Teilzeitbeschäftigung in Krankenhäusern und medizinischen Praxen steigt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts arbeiteten 2019 42 Prozent der Beschäftigten in Teilzeit, 2014 lag der Anteil noch bei 39 Prozent.

Im Gegenzug sank der Anteil der Vollzeitbeschäftigten von 54 auf 50 Prozent. Nahezu unverändert blieb der Anteil des Personals in Kliniken und Praxen mit einer geringfügigen Beschäftigung, er lag 2019 bei acht Prozent.

Destatis sieht dabei vor allem die herausfordernden Arbeitsbedingungen mit Schichtdienst, hohen körperlichen Anforderungen und Zeitdruck als ausschlaggebend für die Entwicklung.

Hoher Frauenanteil

Der Unterschied zwischen Krankenhäusern und Pflegeheimen ist dabei deutlich. Während 2019 Angestellte in Krankenhäusern zu 50 Prozent in Vollzeit und 42 Prozent in Teilzeit tätig waren, arbeiteten in Pflegeheimen 2019 bereits 55 Prozent aller Angestellten in Teilzeit und nur mehr 36 Prozent Vollzeit. Zum Vergleich: Über alle Branchen hinweg beläuft sich der Teilzeitanteil der Beschäftigten auf 24 Prozent, der Vollzeitanteil auf 65 Prozent.

Nach wie vor seien in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen in erster Linie Frauen tätig, so Destatis. Sie machten „gut Dreiviertel“ der Beschäftigen aus. Der Anteil der männlichen Beschäftigen blieb im Bereich Krankenhäuser in den betrachteten fünf Jahren „nahezu unverändert“ und betrug 24 Prozent. Im Bereich Pflegeeinrichtungen stieg der Anteil des männlichen Personals von 20 auf 23 Prozent an.

Mehr Chefärzte arbeiten in Teilzeit

Der Anteil männlicher Arbeitnehmer in Teilzeit in Krankenhäusern und medizinischen Praxen stieg im selben Zeitraum von acht auf elf Prozent. Wie Destatis betont, war hierbei ein Anstieg der männlichen Teilzeitarbeitskräfte vor allem in der Leistungsgruppe 1 zu sehen, zu dieser zählen beispielsweise Chefärzte. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von männlichen Teilzeitkräften lag demnach im vergangenen Jahr bei 25,5 Stunden pro Woche.

In Pflegeheimen stieg der Männeranteil der Teilzeitbeschäftigten in den fünf Jahren von 11 auf 13 Prozent. Insgesamt waren 2018 mehr als vier Millionen Erwerbstätige in Gesundheits- und Pflegeberufen tätig. Davon waren 79 Prozent Frauen. (eb)

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