Konzernumbau

Pfizer verbucht Sondergewinn aus Spin-off

Pfizer hatte 2019 erneut Umsatzausfall infolge Nachahmerwettbewerbs zu kompensieren. Diese Entwicklung wird auch im laufenden Geschäftsjahr anhalten.

Veröffentlicht: 30.01.2020, 13:14 Uhr

New York. Pfizer befindet sich mitten im Konzernumbau. Wie zuletzt bei etlichen anderen Pharmaunternehmen, lautet auch bei dem New Yorker Konzern die Devise: Konzentration aufs patentgeschützte Kerngeschäft. Die Dekonsolidierung der Consumer-Health-Sparte im 3. Quartal, die in ein Joint Venture mit GlaxoSmithKline überführt wurde, ging an der jüngsten Bilanz nicht spurlos vorüber. Das hat 2019, neben generischer Konkurrenz für große Produkte, zum vierprozentigen Umsatzrückgang auf 51,8 Milliarden Dollar (47 Milliarden Euro) beigetragen. Jedoch brachte der Teilabschied vom OTC-Geschäft – Pfizer ist mit 32 Prozent an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen beteiligt – auch eine kräftige Wertausgleichszahlung über acht Milliarden Dollar brutto. Davon blieben nach Steuern 5,4 Milliarden übrig; infolgedessen verbesserte der Jahresüberschuss um 46 Prozent auf 16,3 Milliarden Dollar.

Altoriginale unter neuem Dach

Als nächster Schritt der Umstrukturierung steht dieses Jahr die Überführung des Altoriginale-Geschäfts in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem US-Generikahersteller Mylan an. Pfizer wird mit 57 Prozent die Mehrheit an dem „Viatris“ getauften Zusammenschluss halten. Operativ war 2019 insbesondere von Nachahmerwettbewerb für einen der vormals größten Umsatzbringer Pfizers geprägt: Das Antiepileptikum Pregabalin (Lyrica®) büßte 33 Prozent ein, steuerte aber immer noch 3,3 Milliarden Dollar zu den Gesamteinnahmen bei. Auch der TNF-alpha-Blocker Etanercept (Enbrel®) gab erneut deutlich ab (-20 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar).

Als Wachstumsbringer, die aufs Ganze aber nicht voll ausgleichen konnten, erwiesen sich erwartungsgemäß jüngere Produkte wie insbesondere das Krebsmittel Palbociclib (Ibrance®) sowie der Gerinnungshemmer Apixaban (Eliquis®). Ibrance® steuerte knapp 5,0 Milliarden Dollar (+20 Prozent) zum Gesamtumsatz bei, Eliquis® 4,2 Milliarden (+23 Prozent). Größtes Einzelprodukt ist aktuell der Pneumokokken-Impfstoff Prevenar 13® mit 5,8 Milliarden Dollar (+1,0 Prozent).

2020 leichter Gewinnrückgang

Für 2020 veranschlagt Pfizer die Umsatzeinbußen durch Generikakonkurrenz auf 2,4 Milliarden Dollar. Danach wird mit einem diesjährigen Gesamtumsatz zwischen 48,7 und 50,7 Milliarden Dollar und einem leichten Rückgang des adjustierten Gewinns je Aktie gerechnet. Erneute Rückkäufe eigener Aktien seien in diesem Jahr nicht geplant, ließ der Konzern wissen. 2019 hatte Pfizer nach eigenen Angaben in Summe 16,9 Milliarden Dollar über Quartalsdividenden sowie Aktienrückkäufe ausgekehrt. (cw)
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