Digitale Nabelschau

Premiere für Health-IT-Messe DMEA

IT-Lösungen können entlang der gesamten medizinischen Versorgungskette eingesetzt werden, lautet das Motto des ConhIT-Nachfolgers DMEA. Die Fachmesse soll nicht nur der Health-IT-Gemeinde eine Bühne zum Austausch über innovative, digitale Innovationsansätze bieten.

Von Matthias WallenfelsMatthias Wallenfels Veröffentlicht:
Medizin in der Welt von Bits und Bytes – die Fachmesse DMEA lotet Innovationschancen aus.

Medizin in der Welt von Bits und Bytes – die Fachmesse DMEA lotet Innovationschancen aus.

© thomasandreas / Getty Images

BERLIN. Für niedergelassene Vertragsärzte wird es allmählich ernst in puncto Telematikinfrastruktur (TI). Wer nicht rechtzeitig zum 31. März seinen TI-Anschluss bestellt hat, dem drohen quer durch die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) einprozentige Honorarkürzungen.

Die – auch berufspolitisch – zugespitzte Diskussion um die Bestellfrist verengte teilweise die Sicht auf die Dinge. Denn zum TI-Anschluss gehören nicht nur Konnektoren. Ärzte und Krankenhäuser benötigen auch den elektronischen Praxis- bzw. Institutionsausweis (SMC-B) und den Heilberufsausweis (eHBA).

Welche konkreten Herausforderungen dabei auf sie warten, zeigt die die Bundesdruckerei (Halle 1.2/Stand C-104) vom 9. bis 11. April in Berlin bei der Premiere der Health-IT-Fachmesse DMEA (Digital Medical Expertise & Applications).

Die Bundesdruckerei informiert Standbesucher auch über das qualifizierte elektronische Siegel, das im Krankenkassenumfeld eingesetzt wird, sowie qualifizierte Website-Zertifikate nach eIDAS, die beispielsweise Kliniken und Krankenkassen zur Absicherung von Websites dienen.

Virtuelle Gesundheitskarte

Als innovatives Konzept stellt die Bundesdruckerei ihre virtuelle Gesundheitskarte Optimos 2.0 vor. Das Projekt beschäftigt sich mit sicheren abgeleiteten Identitäten auf mobilen Endgeräten.

Die DMEA soll als Fachmesseformat sowohl die fachrichtungs- und sektorenübergreifende digitale Vernetzung fördern, als auch neue Zielgruppen ansprechen, wie der Bundesverband Gesundheits-IT (bvitg) als Veranstalter betont. Die bewährte Mischung aus Fachmesse, Akademie, Kongress und vielzähligen Dialog-Veranstaltungen des DMEA-Vorgängers conhIT bleibe erhalten.

Einzelne Komponenten seien jedoch weiterentwickelt worden, um noch mehr Raum für innovative Impulse und einen gemeinsamen Diskurs zu schaffen. Selbstredend dürfen die großen Player der deutschen Health-IT-Szene wie Agfa HealthCare, Cerner, CompuGroup Medical, ID , medatixx, Meierhofer oder Telekom Healthcare Solutions, die als Gold-Partner der Messe fungieren, in Berlin nicht fehlen.

„Die conhIT hat entscheidend dazu beigetragen, dass IT nicht mehr losgelöst von Prozessen der Gesundheitsversorgung betrachtet wird; sie ist vielmehr als elementarer Bestandteil anerkannt. Es wird nicht mehr darüber diskutiert, ob die Digitalisierung stattfinden soll, sondern in welcher Geschwindigkeit und in welchem nutzenstiftenden Anwendungsfall.

Erfolgreiche digitale Gesundheitsversorgung ist interdisziplinär. Daher versteht sich die DMEA ausdrücklich als Informations- und Kommunikationsveranstaltung für alle Entscheider, die an der Gestaltung digitaler Prozesse im Gesundheitssystem beteiligt sind“, erläutert bvitg-Vorstandsvorsitzender Jens Naumann die Neuausrichtung der DMEA.

Als Kombination aus Präsentation, fachlichem Wissensaustausch und intensiver Vernetzung rund um digitale Produkte, Dienstleistungen und Prozesse widme sich die DMEA einem breiten Themenspektrum.

Dabei geht es laut bvitg beispielsweise um den Nutzen elektronischer Patientenakten für Ärzte und Patienten, um das Thema „Pflege“ im intersektoralen und interprofessionellen Versorgungsprozess genauso wie um Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit in der Gesundheitswirtschaft.

Insgesamt werden laut bvitg rund 350 Vortraagende aus Forschung und Praxis, 600 Aussteller und rund 10.000 Fachbesucher zur DMEA-Premiere erwartet.

Forum für „Digital-Health-Talente“

Auch das Thema „Nachwuchs und Karriere“ soll bei der DMEA eine große Rolle spielen. Junge „Digital-Health-Talente“ können Einblicke in die Branche gewinnen und Kontakte zu Hochschulen und zu potenziellen Arbeitgebern knüpfen, rührt der Veranstalter die Werbetrommel.

Zudem werde es in guter alter conhIT-Tradition wieder einen Nachwuchspreis geben, bei dem die besten Bachelor- und Masterarbeiten aus den Bereichen Medizininformatik, E-Health, Health-IT, Gesundheitsmanagement, -ökonomie und Healthcare Management gekürt werden.

Mehr zum Thema

Cyberschutz für Arztpraxen

Vom Passwort als Desinfektionsmittel

Koalitionsvertrag

Das alles will Rot-Gelb-Grün servieren

Das könnte Sie auch interessieren
Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

© [M] Scherer: Tabea Marten | Spöhrer: privat

„EvidenzUpdate“-Podcast

Digitalisierung? „Muss für Ärzte einen Mehrwert bieten!“

Digitalisierung und Datenschutz pandemiekonform: SVR-Vorsitzender Professor Ferdinand Gerlach (li.) am 24. März in Berlin bei der Vorstellung des Ratsgutachtens und der Bundesdatenschutzbeauftragte Professor Ulrich Kelber (re.) einen Tag später bei der Vorlage seines Tätigkeitsberichts.

© [M] Gerlach: Wolfgang Kumm / dpa | Kelber: Bernd von Jutrczenka / dpa

„ÄrzteTag“-Podcast

„Wir verlangen Digitalisierung mit Gehirnschmalz!“ (Streitgespräch Teil 1)

Thorsten Kaatze, kaufmännischer Direktor am Uniklinikum Essen

© UK Essen

„ÄrzteTag“-Podcast

Ein „Kochrezept“ für die Digitalisierung einer Uniklinik

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Impfzentrum der Marke Eigenbau in Peine.

© Dr. Lars Peters

COVID-19-Impfung im früheren Getränkemarkt

Hausarzt richtet Corona-Impfzentrum ein – auf eigene Kosten

IT-Sicherheit in der Praxis: Als „die Atemschutzmaske des Computers“ titulierte der Heidelberger Cyberschutz-Auditor Mark Peters die Firewall.

© Michaela Schneider

Cyberschutz für Arztpraxen

Vom Passwort als Desinfektionsmittel