Digitaler Gesundheitspreis

Projekte für digitale Patientenversorgung ausgezeichnet

Der „Digitale Gesundheitspreis 2021“ ist verliehen worden. Die Gewinner wollen die Nachsorge für Menschen mit psychischer Erkrankung verbessern und Patienten mit Stoma mehr Lebensqualität verschaffen.

Von Margarethe UrbanekMargarethe Urbanek Veröffentlicht:
Gewinner des Digitalen Gesundheitspreises ist „Mentalis“. Noch im Krankenhaus wird die App zur Nachsorge für Menschen mit psychischer Erkrankung individuell auf die Patienten eingestellt. (Symbolbild)

Gewinner des Digitalen Gesundheitspreises ist „Mentalis“. Noch im Krankenhaus wird die App zur Nachsorge für Menschen mit psychischer Erkrankung individuell auf die Patienten eingestellt. (Symbolbild)

© BongkarnThanyakij / Getty Images / iStock

Berlin. Die Corona-Pandemie hat an vielen Stellen verdeutlicht, wie viel Potenzial in digitalen Konzepten für die Gesundheitsversorgung steckt. Wie vielfältig dieses Potenzial ist, zeigte sich bei der diesjährigen Verleihung des „Digitalen Gesundheitspreises“, der am Donnerstagabend im Rahmen einer virtuellen Veranstaltung verliehen wurden.

Mit dem Preis zeichnet Novartis Pharma Initiativen aus, die digitale Lösungen für die medizinische Versorgung in Deutschland entwickeln. Auch in diesem Jahr bildeten die Bewerberprojekte ein breites Ideenspektrum ab, von Digitalen Gesundheitsanwendungen bis hin zu Vernetzungslösungen.

Erstmalig in diesem Jahr wurde der Sonderpreis „#SelbstbestimmtImAlter“ verliehen. Der Digitale Gesundheitspreis ist mit insgesamt 60.000 Euro dotiert.

Von insgesamt fast 70 Bewerberprojekten schafften es sieben Projekte in die Endrunde am Donnerstagabend, die von dem Wissenschaftsjournalisten Ranga Yogeshwar moderiert wurde. Gewinner des Digitalen Gesundheitspreises ist „Mentalis“. Mentalis ist ein Programm für die digitale Nachsorge von Menschen mit psychischer Erkrankung nach erfolgter Behandlung im Krankenhaus.

„Ziel ist es, die ambulanten Versorgungslücken digital zu überbrücken. Es geht darum, die im Krankenhaus erlernten Techniken in den Alltag zu integrieren“, beschrieb Mentalis-Gründer Dr. Christian Aljoscha Lukas das Gewinnerprojekt. Bereits in den Krankenhäusern werde die App individuell an die Patienten angepasst und ihnen der Umgang mit dem Programm vertraut gemacht. „Wir sind technisch und prozessual an die Krankenhäuser angebunden“, so Lukas. „Die Patienten profitieren von einem niederschwelligen Zugang zu unserem Angebot.“

Jurymitglied und Laudator Dr. Andreas Beivers sieht aufgrund der steigenden Anzahl an F-Diagnosen großen Bedarf an digitalen Lösungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen: „Die Jury hat Mentalis ausgewählt, weil wir glauben, dass es großes Potenzial und eine große intersektorale Relevanz gibt für das Projekt als Bindeglied zwischen digitaler und analoger Nachsorge.“

Den zweiten Preis beim „Digitalen Gesundheitspreis 2021“ erhielt die FIMO Health UG. Mit der „Fimo Health App“ hat das Unternehmen eine digitale Lösung entwickelt für eine datenbasierte Analyse von Krebs- und MS-bedingter Fatigue.

Betroffene können relevante Einflussfaktoren wie Bewegung, Schlaf oder Hitze in der App anhand wissenschaftlich fundierter Fragebögen erfassen. Die App wertet die Daten aus und stellt sie für die Betroffenen leicht verständlich dar. Sie können so Zusammenhänge erkennen und ihrer Fatigue entgegenwirken.

Ärzte können die Informationen nutzen, um leichter einen Therapieansatz zu finden. „Euer Ansatz ist toll, weil ihr mit eurer App einer Krankheit einen Platz gibt, unter der zwar viele Menschen leiden, die aber noch immer nur schwer zu fassen ist“, lobte Jurymitglied Dr. Jochen Klocken das Projekt.

Der Publikumspreis sowie der Sonderpreis „#SelbstbestimmtImAlter“ gingen an die App „StomAware“. Die App ermöglicht es Menschen mit künstlichem Darmausgang, den Füllstand ihres Stomabeutels in Echtzeit zu kontrollieren. Bei kritischem Füllstand werden wie die Träger automatisch gewarnt. Das System ist laut Unternehmensangaben mit allen gängigen Stomaversorgungen kompatibel und lässt sich leicht an diese anbringen.

„StomAware trägt dazu bei, die Lebensqualität der Betroffenen deutlich zu erhöhen“, lobte Franz Müntefering, Vorsitzender der BAGSO, der Interessensvertretung der Senioren, das Projekt. Der Sonderpreis stand in diesem Jahr unter der Schirmherrschaft der BAGSO. Müntefering: „Wir unterstützen gerne Projekte, die dazu beitragen, Gesundheit und Lebensqualität im Alter aufrecht zu erhalten, sodass ältere Menschen möglichst lange eigenständig und unabhängig leben können.“

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