Direkt zum Inhaltsbereich

Arbeitsunfähigkeit

Psychotherapeuten wollen krankschreiben dürfen

Sollen Teilkrankschreibungen eingeführt werden? Ja, findet die Bundespsychotherapeutenkammer und fordert: Psychologischen Psychotherapeuten muss es erlaubt sein, AU-Bescheinigungen auszustellen.

Veröffentlicht:
Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dürfen derzeit nur Ärzte ausstellen. Daran will die Bundespsychotherapeutenkammer rütteln.

Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung dürfen derzeit nur Ärzte ausstellen. Daran will die Bundespsychotherapeutenkammer rütteln.

© nmann77 / stock.adobe.com

BERLIN. In die laufende Diskussion über die Einführung von Teilkrankschreibungen hat nun die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) Stellung bezogen. Sie spricht sich für mehr Flexibilität bei Krankschreibungen aus.

"Gerade bei psychischen Erkrankungen ist es häufig hilfreich, dass Patienten nicht vollständig oder zu lang aus dem Arbeitsprozess ausscheiden", sagt der BPtK-Präsident Dr. Dietrich Munz laut einer Mitteilung.

Statt der jetzigen "Alles-oder-Nichts-Regelung" sollten Beschäftigte auch nur teilweise arbeitsunfähig geschrieben werden können – also zu 25, 50 oder 75 Prozent der Arbeitszeit.

Arbeit könne hilfreich für eine Genesung sein, da sie Tagesstruktur und Kontakte als wichtige Stützen aufrechterhalte, betont Munz. Eine solche "Teilzeit-Arbeitsunfähigkeit" sollte aber nur freiwillig und ohne Druck bescheinigt werden können.

Die Bundespsychotherapeutenkammer verweist darauf, dass psychische Erkrankungen oft zu besonders langen Fehlzeiten von mehr als 30 Tagen führen. Sie fordern, dass auch psychologischen Psychotherapeuten erlaubt wird, Patienten eine Arbeitsunfähigkeit zu bescheinigen. In der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) ist das bislang nur Ärzten vorbehalten. Die Psychotherapeuten fordern nun den Gesetzgeber auf, dies ändern zu lassen.

MB bringt Vorschlag ins Spiel

Der Marburger Bund (MB) hatte kürzlich eine neue Form von "Arbeitsminderungsbescheinigungen" vorgeschlagen, um Arbeitnehmern lange, komplette Krankschreibungen zu ersparen – und somit die Diskussion entfacht.

Ärzteverbände zeigten sich zwiegespalten, der Hausärzteverband etwa blieb skeptisch. (dpa/ths)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Selektivvertrag und elektronische Verschreibung

Hilfsmittel: Erprobung des eRezeptes wird ausgeweitet

Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Folgen einer Fehldiagnose bei Menschen mit einer Seltenen Erkrankung (SE), die angaben, dass ihre SE oder die SE einer von ihnen betreuten Person mindestens einmal falsch diagnostiziert wurde (n=4.756)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Neuromyelitis-Optica-Spektrum-Erkrankungen

Weshalb das rechtzeitige Erkennen und Behandeln wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

© William / Generated with AI / Stock.adobe.com

Aktive schubförmige Multiple Sklerose

Ofatumumab zeigt günstiges 8-Jahres-Sicherheitsprofil

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Tab. 1: Stufentherapieschema zur verlaufsmodifizierenden Therapie der generalisierten Myasthenia gravis

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Generalisierte Myasthenia gravis

Krankheitssymptome und Therapielast wirksam lindern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alexion Pharma Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Haustiere

Kasuistik: Was passieren kann, wenn der Hund die Wunde ableckt

Patienten häufig überwässert

Praxistipps zur Hyponatriämie: „Trinken nur bei Durst!“

Lesetipps
Ein Kleinkind kratzt an einem juckenden Ausschlag in der Nabelregion.

© shangarey / stock.adobe.com

Hausärztin gibt Tipps

Darauf ist in der Kommunikation mit Skabies-Patienten zu achten

Nicht alles können Ärzte in der Rheumatologie delegieren – die strukturierte Vorbereitung einer Anamnese allerdings schon.

© auremar / stock.adobe.com

Aufgabenteilung

Wie Delegation in der Rheumatologie funktionieren kann

Eine Frau hat einen kleinen Ventilator in der Hand.

© Marcus Brandt/dpa

Auf einen Blick

Unsere Beiträge zum Thema Hitze in der Übersicht