Wie groß ist das Plus?

Rechnerei um Arzteinkommen

Die Praxiseinnahmen sind um 21 Prozent gestiegen, hat das Statistische Bundesamt errechnet - und somit das Ergebnis aus den Einkommensdaten des Zi-Praxispanels getoppt. Woher kommt diese Diskrepanz? Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik Graf von Stillfried hat eine Vermutung.

Rebekka HöhlVon Rebekka Höhl Veröffentlicht:
Die Berechnung der Honorareinnahmen der Ärzte ist hoch komplex, für alle Fachgruppen repräsentative Stichproben zu gewinnen ist nicht leicht, wie die aktuelle Kostenstrukturanalyse vom DeStatis zeigt.

Die Berechnung der Honorareinnahmen der Ärzte ist hoch komplex, für alle Fachgruppen repräsentative Stichproben zu gewinnen ist nicht leicht, wie die aktuelle Kostenstrukturanalyse vom DeStatis zeigt.

© Cornerman / iStockphoto

NEU-ISENBURG. Die Differenz ist mehr als auffällig: Während das Statistische Bundesamt (Destatis) in seiner aktuellen Kostenstrukturanalyse bei Arztpraxen in 2011 Einnahmen bei den Praxen von 483.000 Euro ermittelte, kam das Zentralinstitut der kassenärztlichen Versorgung (Zi) mit seinem Praxispanel für 2009 gerade einmal auf rund 329.000 Euro.

Noch interessanter ist der Vergleich der Jahre 2007: Hier ermittelte Destatis durchschnittliche Einnahmen von 399.000 Euro je Praxis, das Zi von 300.000 Euro. Woher kommen solche Unterschiede in den Daten - vor allem auch in den Wachstumsraten der Einnahmen?

Schließlich schlägt das auch auf den Jahresüberschuss durch: Den bezifferte das Zi 2007 mit 120.976 Euro je Praxisinhaber, 2009 mit 140.451 Euro.

Die Bundesstatistiker wiesen für 2007 je Praxisinhaber einen Reinertrag von 142.000 Euro und für 2011 sogar von 166.000 Euro aus.

"Die Unterschiede lassen sich unseres Erachtens nur durch eine andere Zusammensetzung der Praxisstichprobe erklären", sagt Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik Graf von Stillfried.

Doch was so harmlos klingt, könnte dann problematisch für Ärzte werden, wenn...

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Kommentare
Dieter Döring 27.08.201311:44 Uhr

Arzteinkommen

Bin Hausarzt mit einer durchschnittlichen Praxis in einem Problembezirk (so gut wie keine Privatpatienten). Bei mir, und den umliegenden Kollegen, lag die letzte Abrechnung 14 % weniger als die Abrechnungen davor. Ich möhte mal wissen, wie 21 % mehr zustande gekommen sind.
Alles nur Lügerei. Pfui.

Dr. Thomas Georg Schätzler 27.08.201309:37 Uhr

Rechnen, bis der Arzt kommt

Umstrittene Differenzen um Arzteinkünfte aus selbständiger privat- u n d vertragsärztlicher Tätigkeit entstehen aus n i c h t repräsentativen Stichproben des Statistischen Bundesamts (www.destatis.de) und des Zentralinstituts der kassenärztlichen Versorgung (Zi). Wenn dann noch Destatis nur alle 4 Jahre Praxis-Zahlen erhebt und die Ergebnisse 4-fach aufgebläht mit sonst BWL- und VWL-üblichen J a h r e s r e c h n u n g e n "verglichen" werden, ist eine politisch und sozial motivierte "Neid"-Debatte vorprogrammiert.

Ausführlich zu den Destatis-Zahlen, der Publikation des GKV-Spitzenverbands und dem fragwürdigen Verhalten der KBV:
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/praxisfuehrung/article/844103/praxiseinnahmen-dickes-plus-eher-nicht.html
und
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/aerztliche_verguetung/?sid=844099

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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