10 Jahre

Runder Geburtstag für Praxisnetz UGOM

Die wohnortnahe Gesundheitsversorgung in der Region Amberg-Sulzbach zu sichern - das hatte sich das Praxisnetz UGOM zum Ziel gesetzt. Jetzt besteht es zehn Jahre.

Von Jürgen Stoschek Veröffentlicht: 04.10.2012, 18:33 Uhr
Zwei Brüderpaare beim UGOM-Jubiläum: (v.l.) UGOM Geschäftsführer Dr. Thomas Bahr, Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Hermann Dandorfer, Gesundheitsminister Daniel Bahr und Wolfgang Dandorfer, OB von Amberg.

Zwei Brüderpaare beim UGOM-Jubiläum: (v.l.) UGOM Geschäftsführer Dr. Thomas Bahr, Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Hermann Dandorfer, Gesundheitsminister Daniel Bahr und Wolfgang Dandorfer, OB von Amberg.

© UGOM / Peter Nagler

MÜNCHEN. Bei einer Feier zum zehnjährigen Bestehen des Praxisnetzes UGOM in Amberg hat Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr die Bedeutung einer nachhaltigen und stabilen Versorgung vor allem auch in ländlichen Regionen betont.

Das Gesundheitssystem sei nur dann zukunftsfähig, wenn es Innovationen zulässt und die unterschiedlichen Herausforderungen in den Regionen bei der medizinischen Versorgung berücksichtigt, erklärte Bahr vor rund 250 Gästen bei dem Festakt, zu dem das Amberger Unternehmen Gesundheit Oberpfalz Mitte (UGOM) eingeladen hatte.

Daher hätten sowohl der Kollektivvertrag wie auch Selektivverträge ihre Berechtigung.

Mit dem Ziel, die wohnortnahe Gesundheitsversorgung in der Region Amberg-Sulzbach zu verbessern und für die Zukunft zu sichern, hatte Dr. Hermann Dandorfer 2002 zusammen mit gleich gesinnten Kolleginnen und Kollegen das Praxisnetz gegründet.

Heute ist UGOM nicht nur eines der ältesten Gesundheitsnetze in Bayern, sondern nach eigener Einschätzung auch mit das erfolgreichste.

Inzwischen sind mehr als 16.000 AOK-Mitglieder aus der Region Netzpatienten und werden von rund 100 Haus- und Fachärzten gemeinsam mit den drei Krankenhäusern der Region betreut.

Viel Lob

Die UGOM-Gründer hätten viele politische und bürokratische Widerstände überwinden müssen, bis sich das ärztlich geführte regionale Gesundheitsnetz erfolgreich etablieren konnte, erinnerte UGOM-Geschäftsführer Dr. Thomas Bahr.

Der Mut der Initiatoren habe sich gelohnt und beide Seiten könnten auf eine erfolgreiche Partnerschaft zurückblicken, würdigte der Vorstandschef der AOK Bayern, Dr. Helmut Platzer, das Engagement und die hohe Risikobereitschaft der Amberger Ärzte. AOK und UGOM seien gute Partner. "Die AOK steht zu UGOM", so Platzer.

Die Entwicklung von UGOM sei eine besondere Erfolgsgeschichte, erklärte Ministerialdirektor Michael Höhenberger aus dem Bayerischen Gesundheitsministerium.

"Es ist schon vorbildlich, dass ein Kapitalunternehmen eine soziale Leistung in solch erfolgreicher und patientenfreundlicher Weise vollbringt", so Höhenberger. Das Ministerium werde auch in Zukunft innovative Versorgungsformen politisch unterstützen.

Dandorfer, Mitbegründer und heute Aufsichtsratsvorsitzender von UGOM, wählte in seiner Rede die Analogie des "Netzes", um die Philosophie und Ziele des Gesundheitsnetzes zu erläutern.

"Erfolg ist möglich, wenn alle sich kennen, miteinander können und, ganz wesentlich, auch wollen", sagte er.

Der Erfolg des Ganzen brauche auch die Bereitschaft zum gelegentlichen Verzicht des Einzelnen nur für das eigene individuelle Interesse zu handeln.

UGOM - das Unternehmen Gesundheit Oberpfalz Mitte GmbH & Co.KG

UGOM ist das nach eigenen Angaben älteste und eines der erfolgreichsten Arztnetze in Bayern. Das Netz ist auch ein regional agierendes Gesundheitsunternehmen.

Gesellschafter: Rund 100 örtliche niedergelassene Haus- und Fachärzte sowie die drei Krankenhäuser der Region, St. Marien in Amberg, St. Anna in Sulzbach-Rosenberg und St. Johannes in Auerbach sind Kommanditisten von UGOM.

Integrierte Versorgung: Netzpatienten soll eine integrierte Versorgung aus einer Hand angeboten werden. Über einen Selektivvertrag betreut UGOM heute 16.000 Patienten der AOK Bayern. Die Ärzte werden an den Einsparungen durch eine besser koordinierte Behandlung beteiligt. Das Netz ist auch bei der Gesundheitsförderung aktiv.

IT-Vernetzung: Über eine elektronische Patientenakte sind UGOM-Ärzte vernetzt. Das hilft etwa bei der Abstimmung der Medikation.

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