Praxissoftware

Standard-Schnittstelle kommt

Die IT-Schnittstelle für den besseren Datenaustausch zwischen den Arzt-Softwaresystemen kommt noch vor dem E-Health-Gesetz. Das hat der Bundesverband Gesundheits IT bekannt gegeben.

Veröffentlicht:
Datenaustausch von System zu System bald kein Problem mehr?

Datenaustausch von System zu System bald kein Problem mehr?

© JNT Visual / fotolia.com

BERLIN. Warten auf das E-Health-Gesetz? Das wollen und werden die Hersteller von Praxis-IT-Systemen nicht.

Die Interoperabilität der Systeme, die in den vergangenen Wochen immer wieder vonseiten der KBV oder Ärzteverbänden gefordert wurde, sei nicht erst mit dem E-Health-Gesetz Thema, wie der Bundesverband Gesundheits IT (bvitg) mitteilt.

Es gebe bereits marktbewährte Standards für den Datentransfer zwischen unterschiedlichen Arztsoftwaresystemen. Und genau diese will der Verband nun in einer neuen Schnittstelle bündeln.

BVITG-transfer wird die neue Standard-Schnittstelle heißen, die in Kürze allen Systemhäusern zur Verfügung stehen soll.

Sie soll nicht nur den Im- und Export von Bestandsdaten der Praxen zwischen den Systemen ermöglichen, sondern auch den Transfer von Medikationsdaten etwa für übergreifende Prüfungen zur Arzneimittel-Therapiesicherheit sicherstellen, berichtet der Verband.

Hintergrund ist, dass der bvitg und seine 46 Mitgliedsunternehmen, zu denen Arzt- und Kliniksoftwarehersteller zählen, vor allem auch wegen des Aufbaus der einheitlichen Telematikinfrastruktur geeignete und erprobte Standards für wichtig erachten. Denn so ließe sich die praxisgerechte Umsetzung von Mehrwertdiensten innerhalb der Telematikinfrastruktur garantieren.

Arztbrief als Paradebeispiel

Immerhin ein Beispiel für einen systemübergreifenden Mehrwertdienst kann der Verband schon vorweisen: Bereits vor Jahren entwickelte er den VHitG-Arztbrief, der mittlerweile als Arztbrief 2014 sektorübergreifend genutzt wird.

"Während die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) definierte BDT-Schnittstelle allein rudimentäre Datenauszüge gesetzlich versicherter Patienten zu ermöglichen versucht, hat die Software-Industrie seit langem weit umfangreichere Lösungen - weit über die GKV-Daten hinaus - geschaffen und erfolgreich im täglichen Einsatz", so Ekkehard Mittelstaedt, Geschäftsführer des bvitg.

Ein vollständiger Datentransfer umfasst laut bvitg neben den reinen Abrechnungsdaten nämlich auch die Patientenkartei einschließlich medizinischer Dokumentationen sowie eine Vielzahl von programmbezogenen Daten der Praxen wie etwa eigene Dokumentationsbausteine oder Daten aus Korrespondenzen.

Der bvitg geht nach Einschätzungen seiner Mitgliedsunternehmen übrigens von jährlich mehr als 5000 Systemwechslern mit einem nahezu vollständigen Datentransfer aus.

Hier habe sich im Wettbewerb um die beste Datenkonvertierung bereits ein Industriestandard etabliert. (reh)

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Finanzierung der Telematikinfrastruktur

Streit um TI-Pauschale: KBV zieht Eilantrag zurück

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Es gibt tierexperimentelle Studien, wonach Mikroplastik entzündungsverstärkend wirkt, wenn durch ein zusätzliches Agens die Tight junctions zwischen Darmzellen zerstört sind. Wenn also zu einer hohen Mikroplastik-Konzentration zusätzlich pathogene Faktoren hinzukommen, könnte dies entzündungsfördernd wirken, etwa bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

© Rochu_2008 / stock.adobe.com

Forschung

Beeinflusst Mikroplastik chronische Erkrankungen?

Charlotte Kleen

© Babett Ehrt/ Lichtbildwerkstatt

Porträt

Wie Charlotte Kleen Medizin in ihrer ganzen Breite kennenlernt

Mädchen geht chemischen Experimenten in einem Klassenzimmer nach, die Haare stehen ihr zu Berge.

© Andrey Kiselev / stock.adobe.com

Inkretinmimetika

GLP-1: Wie aus dem kleinen Hormon ein Rockstar wird