Direkt zum Inhaltsbereich

Nach Medienberichten

Streit um Intensivbetten: DKG verteidigt sich

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft sieht Kliniken ungerechtfertigt dem Vorwurf ausgesetzt, sich in der Pandemie mit dem Aufbau von Intensivkapazitäten bereichert zu haben.

Veröffentlicht:
Während der Pandemie wurden viele neue Intensivkapazitäten aufgebaut.

Während der Pandemie wurden viele neue Intensivkapazitäten aufgebaut.

© patrikslezak / stock.adobe.com

Berlin. Verärgert reagiert die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) auf erneute Medienberichte, Kliniken hätten in der Hochzeit der Pandemie wohl auch wegen des finanziellen Anreizes erhebliche Intensivkapazitäten aufgebaut, von denen jetzt nicht klar sei, wo sie sich eigentlich befinden. So hatte der Bund für jedes neue Intensivbett einen Bonus von 50.000 Euro an die Kliniken gezahlt.

„Als im Frühjahr 2020 die Pauschalen für die Einrichtung zusätzlicher Intensivkapazitäten festgelegt wurden, war jedem jederzeit bewusst, dass diese Intensivbetten keine sogenannten Regelbetten sein werden, die dauerhaft und auch jenseits der Pandemie im Einsatz sein sollen“, schreibt die DKG in einer Stellungnahme.

Vor dem Hintergrund der Bilder aus Bergamo sei es darum gegangen, möglichst schnell Medizintechnik zu beschaffen und den Krankenhausbetrieb umzuorganisieren, um im Notfall COVID-Patienten in diesen ergänzenden Betten zu versorgen und beatmen zu können. Es sei um die Einsatzbereitschaft im absolut äußersten Notfall gegangen, in der Hoffnung, diese Kapazitäten niemals zu benötigen.

Kapazitäten sollten verdoppelt werden

„Unverkennbar war, dass diese Notfallreserve nicht mit neu rekrutiertem Personal hinterlegt sein konnte“, schreibt die DKG. Nur durch die deutliche Rückführung des Regelbetriebs während der Pandemie sei das Personal frei geworden, mit dem im Notfall die Betten betrieben worden wären. Diese politische Erwartungshaltung sei damals an alle Kliniken gerichtet worden.

Die Zielsetzung der Politik sei es gewesen, die Zahl der Intensivbetten und Beatmungskapazitäten zu verdoppeln. Dieser Aufgabe hätten sich die Krankenhäuser gestellt und dies auch weitgehend realisieren können. Es sei aber immer klar gewesen, dass diese nicht mit vollwertig intensiv medizinisch weitergebildetem Fachpersonal jederzeit zu betreiben wären. „Auch der Katastrophenschutz hält Gerätschaften für Naturkatastrophen bereit, für die in normalen Zeiten kein Personal da ist, um sie zu betreiben. Deshalb käme aber niemand auf die Idee, die Sinnhaftigkeit zu hinterfragen“, so die DKG.

Insgesamt haben die Gesetzlichen Krankenkassen für den Aufbau von 13.722 Intensvivbetten 686 Millionen Euro an die Kliniken gezahlt. Sie fordern Aufklärung, wie die Gelder genau verwendet wurden. (chb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Abrechnung nur noch über EBM?

Ambulantes Operieren: Regierung plant Ende der Hybrid-DRG

Das könnte Sie auch interessieren
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

© piyato | iStock

Vaginalmykose im Fokus

Vaginalmykosen neu denken: Pathogenese, Zyklus und Therapie

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

© iStock / okskukuruza

Vaginale Gesundheit

Intimhygiene: Was die vaginale Schleimhaut wirklich braucht

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Logo vom ÄrzteTag extra der Ärzte Zeitung mit dem Porträt des Podcast-Gesprächspartners Reinhard Pfingsten von der apoBank

© apoBank

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Wie können Ärztinnen und Ärzte das neue Altersvorsorgedepot für den Ruhestand nutzen, Herr Pfingsten?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Deutscher Apotheker- und Ärztebank (apoBank)
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Zeitaufwand pro Verabreichung von Natalizumab s.c. bzw. i.v.

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [9]

Familienplanung und Impfen bei Multipler Sklerose

Sondersituationen in der MS-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Biogen GmbH, München
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Abrechnung nur noch über EBM?

Ambulantes Operieren: Regierung plant Ende der Hybrid-DRG

Therapie mit Glukokortikoiden

Was beim Absetzen von Steroiden zu beachten ist

Lesetipps
Ein Mann muss aufstoßen und hält sich die Hand vor den Mund.

© Andrey Popov / stock.adobe.com

Vier Ursachen im Überblick

Häufiges Aufstoßen: Woher es kommen kann und wie therapiert wird