Hausärztetag

Student und AiW kämpfen für die junge Sicht

Ein Medizinstudent und ein Arzt in Weiterbildung (AiW) haben bei einer Podiumsdiskussion beim Hausärztetag in Rheinland-Pfalz deutliche Worte zur Nachwuchsproblematik gefunden.

Veröffentlicht: 28.11.2017, 14:44 Uhr

MAINZ. Erfahrene Hausärzte sollten Famulanten nicht verschrecken, indem sie nur über die schlechten Seiten des Berufs sprechen. Das hat Medizinstudent Andreas Prüm-Wolf bei einer Podiumsdiskussion beim rheinland-pfälzischen Hausärztetag gefordert. "Ich fände es gut, wenn man sich bemüht, uns zu begeistern, statt den ganzen Tag nur zu lamentieren", fand er deutliche Worte.

Auch würden sich Studenten wünschen, mehr eingebunden zu werden. "Ich habe von Leuten gehört, die in ihrer Famulatur vier Wochen neben dem Hausarzt gesessen und ihm dabei zugesehen haben, wie er Nummern in den PC eingetippt hat", so Prüm-Wolf, der damit einige Lacher aus dem Publikum bekam. Sein Fazit: "So begeistert man natürlich niemanden."

Kein Kommunen-Bashing

Auf Einladung des Hausärzteverbandes diskutierte der junge Mann, der im siebten Semester an der Uni Mainz studiert, die Zukunft des Hausarztberufs gemeinsam mit Landesgesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD), Dr. Irmgard Stippler (AOK-Vorstandsvorsitzende Rheinland-Pfalz/Saarland), Verbandschef Ulrich Weigeldt und Jonas Hofmann-Eifler, Arzt in Weiterbildung.

Die Schwierigkeit dabei, junge Ärzte für eine Niederlassung auf dem Land zu gewinnen, ist es, alle beteiligten Parteien zueinanderzubringen – da waren die Diskussionsteilnehmer sich einig. Die Gesundheitsministerin richtete eine Bitte an die Kommunen. Sie dürften ihre Regionen nicht auch noch öffentlich runtermachen, indem sie nur deren Nachteile öffentlich aufzählten, sondern müssten mehr Selbstbewusstsein entwickeln, um ihre Stärken herauszustellen, sagte Sabine Bätzing-Lichtenthäler.

Hausarzt in Simmern? Ein Muss!

Diesen Appell unterstützte auch Student Andreas Prüm-Wolf, der die Einrichtung einer Jobbörse an der Uni vorschlug. "Warum laden wir nicht Hausärzte, Klinikchefs und Landkreise ein, sich den Studenten vorzustellen und uns in diesem frühen Stadium unserer Ausbildung zu erklären, warum wir Hausarzt in Simmern oder Prüm werden müssen?", fragte er.

Dr. Jonas Hofmann-Eifler, Arzt in Weiterbildung in einer Praxisgemeinschaft in Rheinzabern und Initiator des Stammtisches Junge Hausärzte Westpfalz, sagte, regionale Weiterbildungsverbünde spielten eine wichtige Rolle dabei, die Seiten zusammenzubringen. "Das sollte gefördert werden", so sein Appell. Die Kliniken müssten zudem selbst Rotationsprogramme für Allgemeinmediziner auflegen, "damit es nicht mehr so ist wie bei mir damals": Damals habe man sich schämen müssen, "dass man Allgemeinmediziner werden will". Für dieses Statement bekam Hofmann-Eifler spontanen Applaus. (aze)

Dr. Jonas Hofmann-Eifler bloggt

auch für die "Ärzte Zeitung":

www.aerztezeitung.de/943472

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