Neues Coronavirus

Tübinger Start-up soll Impfstoff entwickeln

Bundesforschungsministerin Karliczek sieht in der Impfstoffentwicklung eine Chance, deutsche Forschungs-Expertise weltweit noch stärker zu positionieren.

Von Matthias Wallenfels Veröffentlicht: 31.01.2020, 16:02 Uhr
Tübinger Start-up soll Impfstoff entwickeln

Gibt es bald einen Impfschutzschirm gegen das neue Coronavirus?

© by-studio / stock.adobe.com

Berlin/Tübingen. Das Tübinger Biopharma-Start-up CureVac und die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI), eine öffentlich-private Partnerschaft zur Beschleunigung der Impfstoffentwicklung gegen aufkommende Infektionskrankheiten, arbeiten ab sofort zusammen an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das neue Coronavirus (nCoV-2019).

Die 2017 in Davos gegründete CEPI wird von mehreren Regierungen, darunter auch der Bundesregierung sowie der Bill & Melinda Gates Foundation finanziell unterstützt.

Zeitnahe klinische Studie avisiert

Ziel dieser Kooperation ist es nach Angaben des Bundesforschungsministeriums vom Freitag, einen sicheren Impfstoffkandidaten schnellstmöglich in einer klinischen Studie zu testen.

Die Vereinbarung baue auf der bereits seit vorigem Jahr bestehenden Partnerschaft zwischen CureVac und CEPI zur Entwicklung einer schnell einsetzbaren Impfstoff-Plattform auf. Sie beinhaltet laut Ministerium eine Finanzierung durch CEPI von bis zu 8,3 Millionen US-Dollar für eine beschleunigte Impfstoffentwicklung und -herstellung sowie für klinische Studien. CEPI wird vom Bundesforschungsministerium mit 90 Millionen Euro mitgetragen.

„CureVacs Technologie und mRNA-Plattform eignen sich besonders für eine schnelle Reaktion auf virale Ausbrüche wie den aktuellen“, versichert Dr. Mariola Fotin-Mleczek, Chief Technology Officer bei CureVac.

„Werden weitere Herausforderungen meistern“

„Wir wollen mithilfe der bekannten Gensequenz des Erregers innerhalb von wenigen Monaten – also wesentlich schneller bisher möglich – einen Impfstoffkandidaten für die klinische Erprobung entwickeln. Dies ist ein sehr ambitionierter Zeitplan. Auch wenn wir erfolgreich sind, was nicht sicher ist, werden wir noch weitere Herausforderungen meistern müssen, bevor wir derartige Impfstoffe auf breiter Basis zur Verfügung stellen können“, ergänzt CEPI-CEO Richard Hatchett.

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) sieht in dem Schulterschluss in puncto nCoV-2019 auch eine Chance, den weltweiten Stellenwert deutscher Forschung zu stärken.

„Das Corona-Virus beunruhigt in diesen Tagen viele Menschen. Die Entwicklung eines Impfstoffs ist ein äußerst wichtiger Beitrag, um die Erkrankung einzudämmen. Es ist ein ermutigendes Zeichen, dass durch eine internationale Allianz wie CEPI diese Entwicklung nun vorangetrieben und dabei deutsche Forschungs- und Entwicklungsexpertise genutzt wird. Ich hoffe, dass jetzt in absehbarer Zeit gute Ergebnisse erzielt werden, auf die sehr viele Menschen in diesen Tagen warten“, so Karliczek.

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