Nosokomiale Infektionen

MRSA-Fälle auf Frühchen-Intensivstation der Uniklinik Heidelberg

Auf Hochtouren läuft in Heidelberg die Spurensuche nach dem Ursprung eines MRSA-Erregers auf der Frühchen-Intensivstation. Die Versorgung am Perinatalzentrum ist nicht betroffen.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Am Uniklinikum Heidelberg ist es zu einem MRSA-Befall auf der Frühchen-Intensivstation gekommen.

Am Uniklinikum Heidelberg ist es zu einem MRSA-Befall auf der Frühchen-Intensivstation gekommen.

© Uli Deck/picture alliance

Heidelberg. In der Klinik für Neonatologie am Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) ist laut einer Mitteilung vom Mittwoch auf der Frühgeborenen-Intensivstation (FIPS) bei Routineuntersuchungen ein gegen bestimmte Antibiotika resistenter Stamm des Bakteriums Staphylococcus aureus (MRSA) nachgewiesen worden.

Bis zum Mittwoch seien insgesamt acht Frühgeborene betroffen gewesen, wobei bei sieben Kindern lediglich eine in der Regel ungefährliche Besiedlung festgestellt worden sei, so das UKHD. Die Kinder seien gesund, eines bereits nach Hause entlassen worden. Ein Frühgeborenes habe eine Infektion entwickelt, die behandelt und unter Kontrolle gebracht worden sei. Mikrobiologische Untersuchungen hätten inzwischen einen Hinweis auf den Ursprung des Bakterienstammes geliefert. Konkretere Angaben machte das UKHD am Mittwoch noch nicht.

Wie es weiter heißt, dauerten umfangreiche Kontroll- und Vorsichtsmaßnahmen noch an, die das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises engmaschig begleite. Dazu gehörten Screenings, besonders strenge Hygieneregeln für Mitarbeitende der FIPS und verwendetes Material sowie die desinfizierende Reinigung der Funktionsräume der FIPS und benachbarter Räume. Darüber hinaus hätten die klinikinternen Hygienespezialisten nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt eine externe unabhängige Expertin hinzugezogen.

Einschränkungen bei Neuaufnahmen

Die Neuaufnahmen in die FIPS ist laut UKHD „sicherheitshalber eingeschränkt“ worden. Früh- und Neugeborene mit unkritischem Behandlungsbedarf würden an umliegende, entsprechend qualifizierte Kliniken verwiesen. Das Perinatalzentrum des UKHD stehe aber weiterhin für die Notfallversorgung sehr kleiner Frühgeborener und kritisch kranker Neugeborener zur Verfügung.

Multiresistente Erreger (MRE) wie MRSA oder CDI (Clostridium difficile) sind weiter eine große Herausforderung im Kontext der Krankenhaushygiene. Das Robert Koch Institut (RKI) taxiert alleine für Deutschland die Zahl der nosokomialen Infektionen auf 400 .000 bis 600 .000 pro Jahr. Die Zahl der Todesfälle liegt laut RKI jährlich bei 10 .000 bis 20 .000. Somit steht der Kampf gegen MRE weiter ganz oben auf der Agenda der Klinikhygieniker.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Konferenz

„Safety Camp“: Virtuelles Monitoring im häuslichen Umfeld

Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main
Rett-Syndrom: früh diagnostizieren, Betroffene bestmöglich fördern und Familien entlasten

© Olia / Generated with AI / stock.adobe.com

Neurologische Entwicklungsstörung

Rett-Syndrom: früh diagnostizieren, Betroffene bestmöglich fördern und Familien entlasten

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Phenylketonurie – Phenylalanin-Zielwerte und Monitoring während der Lebensphasen

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [2, 3]

Enzymersatztherapie der Phenylketonurie

Pegvaliase: anhaltendes Ansprechen, flexiblere Ernährung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Kronberg am Taunus
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Weltkrebstag 2026

Was es für die optimale Krebsversorgung auf dem Land braucht

Herzinsuffizienz

HFrEF-Therapie: So sieht die optimale Therapie (derzeit) aus

Lesetipps
Eine Frau hält eine Lupe über die Abbildung einer Gebärmutter.

© Gambar / stock.adobe.com

Humane Papillomviren

Nach Impfung: HPV-Screening nur zwei- bis dreimal im Leben?

Ein einbandagierter Fuß

© Patrick Bonnor / stock.adobe.com

Wundheilung

Ulcus cruris venosum: Was für die Kompressionstherapie wichtig ist

Rita Süssmuth steht in ihrem Büro im Deutschen Bundestag.

© Bernd von Jutrczenka/dpa

Nachruf

Rita Süssmuth: Kämpferin gegen Diskriminierung