Psychisch Kranke

Wann die Online-Psychotherapie hilft

Ängste, Süchte, Depressionen: Psychische Erkrankungen sind ein Dauerthema. Eine Online-Psychotherapie, unterstützt durch einen Therapeuten, kann Betroffenen helfen.

Veröffentlicht: 20.03.2018, 12:00 Uhr
Ob auf Tablet, Smartphone, PC oder Laptop: Digitale Anwendungen können psychisch Kranken helfen.

Ob auf Tablet, Smartphone, PC oder Laptop: Digitale Anwendungen können psychisch Kranken helfen.

© aletia2011 / stock.adobe.com

BERLIN. Menschen mit psychischen Erkrankungen können von einer Online-Psychotherapie profitieren - besonders, wenn diese von einem Therapeuten unterstützt wird. Aktuelle Studienergebnisse werden heute beim Deutschen Kongress für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Berlin vorgestellt.

Die meisten Erkenntnisse lägen aktuell für Interventionen bei Depressionen und Angststörungen vor, heißt es in einer Vorab-Meldung. In Studien mit Betroffenen hätten verschiedene Online-Programme ihre Wirksamkeit und nachhaltigen Effekte bewiesen – und zwar in vergleichbarer Qualität mit konventioneller Psychotherapie.

"Bei diesen handelt es sich meist um therapeutenunterstützte Programme – das heißt, der Patient durchläuft das Therapieprogramm weitestgehend selbstständig, erhält aber regelmäßig Rückmeldung durch einen Therapeuten, der auch für Fragen zu Verfügung steht", heißt es in der Mitteilung.

Ein Beispiel: Eine Studie der Techniker Krankenkasse ergab, dass die Effekte des Online-Depressions-Coach ähnliche starke Effekte erzielte wie bei einer konventionellen Sprechzimmertherapie.

Und wie eine Studie der Psychosomatischen Klinik in Bad Neustadt/Saale mit 229 Patienten mit unipolarer Depression oder depressiver Verstimmung zeigte, bietet das Online-Therapieprogramm deprexis® 24 eine wirksame Therapieunterstützung – auch bei stationärer Psychotherapie.

"Ungeeignet sind digitale Anwendungen, wenn sich Menschen in akuten, schweren Krisensituationen befinden", sagt Professor Stephan Zipfel, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsklinik Tübingen.

Um Patienten wie Ärzten eine erste Orientierung über das schwer überschaubare Angebot an Gesundheits-Apps und -Programmen im Netz zu geben, hat die Bundespsychotherapeutenkammer zudem eine Checkliste für Interessierte zusammengestellt, anhand derer Angebote kritisch hinterfragt werden können. Dazu gehören nach eigenen Angaben Aspekte zu Datensicherheit und der fachlichen Qualifikation der Ansprechpartner bei den Programmen: www.bptk.de/uploads/media/20170627_patienten-checkliste.pdf  (eb)

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