Paralympics

Wenn's klemmt, kommt der Prothesen-Doktor

Mit Prothese zum Weitsprung: Wenn es in London Probleme mit ihnen gibt, sind die "Prothesen-Doktoren" zur Stelle. Platzhirsch ist die deutsche Firma Otto Bock.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:
Vanessa Low erreichte Platz sechs im Weitsprung.

Vanessa Low erreichte Platz sechs im Weitsprung.

© Baumann / imago

LONDON. Die Männer sprinten in knapp über zehn Sekunden über 100 Meter, die Frauen springen mehr als vier Meter weit, die Basketballer stoßen mit ihren Rollstühlen schon einmal krachend ineinander.

Prothesen und Rollstühle bei den Paralympics sind extremen Belastungen ausgesetzt. Bereits nach wenigen Sprints und Sprüngen zeigen sich Haarrisse in den aus Carbon gefertigten Teilen der Prothesen.

Dann schlägt die Stunde der "Prothesen-Doktoren". Der Markt wird von zwei Anbietern dominiert: Der Südafrikaner Oscar Pistorius läuft auf Produkten der isländischen Firma Össur, sein deutscher Konkurrent Heinrich Popow auf denen von Marktführer Otto Bock.

Das Engagement der Deutschen hat eine längere Geschichte. Seit den Spielen 1988 im südkoreanischen Seoul helfen Techniker der Firma Otto Bock den Athleten, ihr Material in Schuss zu halten.

Die Spezialisten aus Duderstadt gelten auch als die größten Sponsoren der Paralympics in London. Das Engagement der Niedersachsen wird im olympischen Dorf sichtbar.

Dort betreibt Otto Bock die Hauptwerkstatt. Insgesamt ist die Firma elfmal an allen Wettkampfstätten vertreten.

Sportprothesen - kein Kerngeschäft

Bis zum Ende der Spiele werden die rund 80 Techniker und 30 weitere Helfer den Sportlern rund 2500 Mal Prothesen repariert und ausgetauscht haben, Rollstühle gangbar gemacht und Orthesen angepasst haben.

14 Stunden sind sie dafür jeden Tag im Einsatz. Oder im Notfall auch schon einmal die ganze Nacht. Die Sportler nehmen das Gratisangebot gerne an.

So wie der Sportler aus Haiti, der mit einer Art selbstgebasteltem Rollstuhl im Londoner Reparatur-Camp vorbeischaute.

Weil das Ding den Technikern absolut nicht wettkampftauglich erschien, schenkten sie dem Mann einen neuen fahrbaren Untersatz.

"Wir haben mehr als zehn Tonnen Equipment dabei. Und die werden möglicherweise auch verarbeitet", kündigte der Vize-Präsident der Otto Bock HealthCare GmbH, Johannes Schneider-Litfeld, schon zum Auftakt der Spiele in Berlin an.

Es ist Firmenpolitik, nicht über die Höhe des finanziellen Engagements bei den Paralympics zu sprechen. Ein Werbeeffekt ist dem Unternehmen sicher. Sportprothesen sind bei weitem nicht das Kerngeschäft der Duderstädter.

Die annähernd 700 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2011 weltweit hat Otto Bock vor allem mit Prothesen für den Alltag und unter anderem auch als Zulieferer für die Automobilindustrie erzielt.

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