Studie

Zufriedenheit bei der Arbeit hat viele Gesichter

Arbeitsbedingte, psychische Belastungen sind in Deutschland keine Seltenheit. Das hat Auswirkungen auf verschiedene Bereiche des Arbeitsalltags.

Von Margarethe Urbanek Veröffentlicht: 28.10.2019, 16:26 Uhr
Zufriedenheit bei der Arbeit hat viele Gesichter

Zufriedenheit in der Arbeitswelt: Gute Führung, Fairness und Kollegialität spielen eine große Rolle.

© Westend61 / Rainer Holz / mauritius images

Neu-Isenburg. Ein Großteil der Beschäftigten in Deutschland geht gesund und engagiert seiner Arbeit nach. Dennoch zeigen sich bei vielen Arbeitnehmern auch arbeitsbezogene psychische Belastungen, die sich auf Gesundheit, Wohlbefinden und Arbeitsengagement auswirken. Das ergeben aktuelle Forschungsergebnisse des Projekts „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“, (psyGA), die im Forschungsmonitor „Arbeitsbezogenes Wohlbefinden“ der Initiative Neue Qualität der Arbeit publiziert wurden.

Ziel des Monitors war es, einen Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und dem Engagement von Arbeitnehmern herauszuarbeiten.

Risiko für Mediziner?

Der Forschungsmonitor teilt die Beschäftigen zur besseren Übersicht in fünf Gruppen: gesunde, sehr Engagierte; gesunde Engagierte; gesund Distanzierte; belastet Engagierte und belastet Distanzierte. Zwar berichtet fast die Hälfte der Beschäftigten von gutem oder sehr gutem arbeitsbezogenen Wohlbefinden, doch immerhin ein Viertel der Arbeitnehmer ist dem Forschungsmonitor zufolge belastet. Davon empfinden rund 16 Prozent eine nur geringe psychische Gesundheit und weisen zudem ein geringes Arbeitsengagement auf. Branchenspezifische Unterschiede machte der Forschungsmonitor nicht aus.

Im Gesundheitswesen nimmt die Belastung der Beschäftigten zu, sei es wegen des demografischen Wandels oder des Fachkräftemangels. Im Umgang mit Patienten können belastete und – daraus resultierend – wenig engagierte Mitarbeiter schnell zu Problemen führen. Ausgebrannte Ärzte sind oft nicht in der Lage, Patienten optimal zu versorgen; gestresste MFA machen häufiger Fehler. Wie können Arbeitgeber das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter fördern?

Zufriedenheit hat viele Faktoren

16% der Befragten gelten als „belastet distanziert“, sie weisen sowohl eine geringe psychische Gesundheit als auch ein geringes Arbeitsengagement auf.

Die Erhebung zeigt – wenig überraschend –, dass gute Führung, eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur sowie Fairness und Kollegialität begünstigt werden sollten. Sie hatten den größten Einfluss auf psychische Gesundheit und Engagement der Mitarbeitenden. Termindruck oder eine schlechte Work-Life-Balance belasteten Arbeitnehmer, denen es ohnehin nicht gut ging, zusätzlich. Die entscheidende Voraussetzung, um auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden individuell reagieren zu können, ist eine aufmerksame Führungskraft.

Die Verbesserung des arbeitsbezogenen Wohlbefindens führt außerdem dazu, dass Mitarbeitende nicht nur zufriedener mit ihrer Arbeit sind, sondern sich auch stärker an das Unternehmen gebunden fühlen. Arbeitsbezogenes Wohlbefinden ist also eine Ressource für beide Seiten, die es zu nutzen gilt.

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