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Regelmäßige Bestimmung des Knöchel-Arm-Index sagt Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko voraus

BERLIN (gvg). Die Bestimmung des Knöchel-Arm-Index ist eine effektive Methode zur Diagnostik einer PAVK und zur Abschätzung des kardiovaskulären Risikos. Im Vorfeld des DGIM-Kongresses in Wiesbaden wird jetzt ein Screening ab 35 Jahren gefordert.

Bestimmung des Blutdrucks am Knöchel zur Errechnung des Knöchel-ArmIndex.

Bestimmung des Blutdrucks am Knöchel zur Errechnung des Knöchel-ArmIndex.

© Foto: Professor Curt Diehm, Klinikum Karlsbad-Langensteinbach

Die Messung des Knöchel-Arm-Index (Ankle Brachial Index, ABI) zu einer regulären Screeninguntersuchung aufzuwerten, ist eine Forderung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM). Unterstützung kommt von namhaften Angiologen wie Professor Curt Diehm vom SRH Klinikum Karlsbad-Langensteinbach und von Kardiologen wie Professor Harald Darius vom Vivantes Klinikum Berlin-Neukölln.

"Es würde Sinn machen, den ABI in einem Alter von 35 Jahren zum ersten Mal zu bestimmen. Erneute Messungen könnten dann abhängig vom kardiovaskulären Risikoprofil alle fünf bis zehn Jahre erfolgen", sagte Diehm bei einer Vorabveranstaltung zur Jahrestagung der DGIM, die vom 18. bis 22. April in Wiesbaden stattfindet. Die Gefäßmedizin ist eines der Schwerpunktthemen der diesjährigen Konferenz.

"Wichtig ist natürlich, dass die ABI-Messung den Ärzten angemessen vergütet wird. Die DGIM plädiert deswegen dafür, sie zu einem Bestandteil des regulären Vorsorgeprogramms zu machen", so Diehm.

Wie aussagekräftig ein pathologischer ABI ist, hat in den vergangenen sieben Jahren die getABI-Studie gezeigt, an der Diehm und Darius maßgeblich beteiligt waren. "Während der Studienzeit war die Gesamtsterblichkeit bei PAVK-Patienten zwei- bis dreimal so hoch wie bei Menschen ohne PAVK", so Diehm. Dies gelte für Nachbeobachtungszeiten von einem, drei, fünf und sieben Jahren gleichermaßen. Eines der wichtigsten Ergebnisse von getABI: Die Prognose auch bei asymptomatischer PAVK ist ungünstig. Wenn der ABI unter 0,9 fällt, ist die Sterberate erhöht, egal ob Claudicatio-Symptome vorliegen oder nicht.

Die getABI-Ergebnisse zeigen, dass der ABI ein exzellenter Prognosemarker für kardiovaskuläre Erkrankungen ist. Ist er zu niedrig, müssen kardiovaskuläre Risikofaktoren ähnlich wie bei Diabetikern penibel kontrolliert werden, um kardiovaskuläre Ereignisse zu verhindern. "PAVK-Patienten sterben in der Regel nicht an der PAVK, sondern an Herzinfarkten und Schlaganfällen", so Diehm. Die getABI-Studie liefert auch hier die Daten: Bei etwa 70 Prozent der PAVK-Patienten, die in getABI starben, war ein Herzinfarkt die Ursache, bei 5 bis 11 Prozent ein Schlaganfall.

getABI: German Epidemiological Trial on Ankle Brachial Index

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