Ärzte Zeitung, 12.12.2014

Metabolisches Syndrom

Inkontinenz durch Abnehmen vermeiden

Beim metabolischen Syndrom ist Reduktion der Ernährung und vermehrte Bewegung ein Ansatz - auch zur Vermeidung von Folgeerkrankungen wie der Harninkontinenz.

FRANKFURT AM MAIN. Harninkontinenz gehört zu den Folgeerkrankungen des metabolischen Syndroms. So belegen mehrere Studien, dass das Risiko für Inkontinenz bei adipösen Frauen rund doppelt so hoch ist wie bei normalgewichtigen. Daran wurde beim 79. Seminar des Arbeitskreises Urologische Funktionsdiagnostik in Frankfurt hingewiesen.

Gegen Belastungsinkontinenz helfen Physiotherapie mit Beckenbodentraining, Medikamente wie Duloxetin und bei Versagen der konservativen Optionen eine Implantation von Schlingen und Bändern, erinnert die Akademie der Deutschen Urologen.

Bei Dranginkontinenz kommen vor allem Anticholinergika oder Beta3-Symphatikomimetika infrage. Bei Patienten mit metabolischem Syndrom kann eine Inkontinenz ähnlich wie die Grundstörung durch Lebensstilmodifikationen behandelt werden.

In einer Studie beteiligten sich 338 Frauen mit Inkontinenz entweder an einer sechsmonatigen Änderung des Lebensstils mit Ernährungsumstellung/Diät, körperlichen Übungen und Verhaltensänderungen oder an einem strukturierten Beratungsangebot.

Ergebnis: Die Frauen in der Interventionsgruppe nahmen signifikant mehr ab als die der Kontrollgruppe, und der Gewichtsverlust ging mit einem deutlichen Rückgang der Inkontinenzepisoden (47 Prozent versus 28 Prozent) einher, insbesondere der Belastungsinkontinenzepisoden. (eb)

Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

So teilt sich die Arbeitszeit von Ärzten auf

Wie viel Zeit bringen Ärzte für GKV-Patienten auf, wie viel für Bürokratie? Wie sind die Unterschiede in Stadt- und Landpraxen und den Fachbereichen? Wir geben Antworten. mehr »

Sepsis – "häufigste vermeidbare Todesursache im Land"

Alle sechs bis sieben Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch an einer Sepsis. Viele dieser Todesfälle wären vermeidbar. Ärzte, Patientenschützer und Politiker fordern jetzt: Die Blutvergiftung muss als Notfall akzeptiert werden. mehr »

"Hacker kommen wie durch eine offene Tür in Arzt-Systeme"

Nehmen niedergelassene Ärzte Gefahren durch Cyber-Angriffe ernst genug? Sie selbst glauben das mehrheitlich. Ein Sicherheitsexperte gießt Wasser in den Wein. mehr »