Ärzte Zeitung, 08.03.2005

Levocetirizin hilft bei persistierender Allergie

Symptome der allergischen Rhinitis werden signifikant verringert / Placebo-kontrollierte Studie mit 551 Patienten

BERLIN (dru). Als erstes Antiallergikum hat Levocetirizin die Zulassungserweiterung für die Behandlung bei persistierender allergischer Rhinitis erhalten. Basis hierfür ist die XPERT-Studie (Xusal® in Persistant Rhinitis Trial), in der die Einteilung der allergischen Rhinitis nach der neuen WHO-Richtlinie angewendet wurde. Levocetirizin ist seit Anfang des Jahres auch für Kinder ab zwei Jahren zugelassen.

Hausstaubmilbe im Rasterelektronen-Mikroskop. Ihr Kot ist sehr häufig die Ursache von Allergien. Foto: Kinaciyan

"Die Neuklassifizierung der allergischen Rhinitis in intermittierende Rhinitis und persistierende Rhinitis durch die Initiative on Allergic Rhinitis and Impact on Asthma (ARIA-Kommission) der WHO war unabdingbar", sagte Professor Ludger Klimek, Leiter des Zentrums für spezielle Rhinologie und Allergologie Wiesbaden, bei einer Veranstaltung von UCB-Pharma in Berlin.

Denn die alte Klassifikation in saisonale und perenniale allergische Rhinitis könne bei der Diagnose in die Irre führen. Entscheidend sei nicht so sehr, in welcher Jahreszeit die Symptome auftreten, sondern vielmehr, wie lange sie dauern und wie schwerwiegend sie sind.

In einer Studie wurden Patienten zuerst nach den neuen Richtlinien und anschließend nach dem alten Schema diagnostiziert. Dabei ergab sich, daß bei etwa 50 Prozent der Patienten nach der neuen Klassifikation eine andere Zuordnung und damit eine andere Therapieentscheidung erfolgte.

In die multizentrische, internationale XPERT-Studie wurden 551 Patienten mit persistierender allergischer Rhinitis aufgenommen. Die Patienten wurden über sechs Monate entweder mit fünf Milligramm Levocetirizin oder Placebo behandelt.

Mit dem Antihistaminikum verringerten sich die Symptome signifikant im Vergleich zu Placebo. Zudem war die Lebensqualität in der Levocetirizin-Gruppe um 47,5 Prozent höher, und die Rate der Begleiterkrankungen war um 26 Prozent geringer als in der Placebo-Gruppe. Ein weiterer Vorteil der Therapie mit dem modernen Antihistaminikum: Dadurch verringerten sich auch die Verschreibung weiterer Medikamente und die Fehlzeiten am Arbeitsplatz.

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